Unterschätztes Nordkalifornien

Auf der Suche nach Ruhe und dem Gefühl von Ankommen haben wir uns in den Redwoods einquartiert. Zum ersten Mal auf dieser Reise mit Luz blieben wir länger als zwei Nächte an einem Ort. Die Nordküste Kaliforniens war auf Anhieb anders als die Südküste Oregons. Unberührter und wilder, irgendwie als wäre sie von den Menschen vergessen worden. 

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Schon der Studenten-Ort Arcata hatte uns bei der Hinfahrt für einen Tag in seinen Bann gezogen mit liebevollsten Cafés, supercoolen Secondhandshops – äusserst nützlich für das nahende Festival in der Wüste -, Lebensmitteln aus der Region und sehr herzlichen Menschen.

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Wir erfahren, dass die Redwoods bereits seit 1918 von Naturliebhabern geschützt werden. Ihnen ist es zu verdanken, dass die sogenannten Giants – die riesigen Tannen dieses Waldes – nicht abgeholzt wurden. Einige von ihnen sind über 1000 Jahre alt. 80 Prozent der 187 grössten Bäume der Welt stehen hier.

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Als wir in die „Avenue of Giants“ einfahren, verschluckt uns der Wald geradezu. Auf einmal ist es ziemlich dunkel, die Sonne scheint höflich vor dem Eingang stehen geblieben zu sein. Hier haben die Riesen das Sagen. Wir spüren sofort, dass wir an einem besonderen Ort zu Besuch sind. Auf dem Campingplatz sieht Luz aus wie ein weisser, winziger Käfer neben seinen gigantischen Nachbarn aus Holz, Wurzeln und Nadeln.

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Wir verbringen fünf sehr ruhige Tage ohne Internet, dafür mit viel liegen und spazieren. Beim Bull Creek wollen wir eine kleine Wanderung vornehmen, vier Meilen. Wir gehen und gehen und als wir ankommen, merken wir, dass die vier Meilen wohl nur für einen Weg gemeint waren. Man hätte der netten Dame im Visitor Center auch einfach gescheit zuhören können. Der Rückweg wird dank grosser Hitze und Wassermangel zur kleinen Herausforderung. Doch alles hat seinen Grund, das reden wir uns – wie so oft – ein. Und als wir Luz schon von 20 Metern Entfernung sehen, steht der Grund vor uns in Form eines Rehs und ihrer zwei Bambis, vor unserer Nase auf einem umgefallenen Riesen umherkletternd. Und als wir einsteigen, müssen wir uns zum ersten Mal auf dieser Reise so richtig eins auf den Hinterkopf hauen: die Beifahrertür, sowas von nicht abgeschlossen.

Nach fünf Tagen in den Redwoods geht die 101 in den berühmten Highway 1 über. Ein High Five bei der Abzweigung symbolisiert dieses neue Kapitel. Und dann tut sich ein Kalifornien auf, das wir so gar nicht erwartet hatten. Nicht, dass wir Erwartungen hätten, aber irgendeinen Grund wird es ja geben, dass die ganze Welt von Los Angeles nach San Francisco und nicht weiter fährt. Was sollen wir sagen – die ganze Welt sollte dringend weiterfahren!

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Die Fahrt ist anstrengend. Denn es geht nicht nur der Küste entlang links und rechts, sondern auch hoch und runter. Und hinter jeder Kurve, nach jedem Nebelschleier, der durchfahren wird, wartet eine Klippe, einsam und wild und völlig unberührt. Einsame, versteckte Strände. Die Tannen dunkelgrün, die Wiesen irgendwas zwischen gelb und golden, die Felsen schwarz auf Wasserhöhe und nach oben hin hellbraun und lehmig. Kleine Fischerdörfer säumen den Weg.

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Die Blumen ohne Blätter und einem glühend pinken Kopf blühen vor jedem Haus. Die Dörfer scheinen alle Hippies aufgenommen zu haben, die auf die Städte keinen Bock mehr hatten. Und alle paar Meilen steht eine Hütte an einer dieser Klippen aus braun-schwarzem Holz mit runden Fenstern und einem Traumfänger am Eingang und ich denke: Nordkalifornien, hier könnte ich leben.

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Nach einigen Stunden fahren wir spontan in einen Campingplatz ein. Der Weg schlängelt sich dem Wasser entlang und wir finden einen Platz. Jetzt habe ich auch ein Haus auf einer Klippe am Pazifik. Zumindest für ein kleines Weilchen.

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3 Kommentare

  1. Andreas Pulver

    Hallo
    Ich verfolge eueren Blog und warte immer geschpannt auf euere neuen Entdeckungen.

    Euch zwei no vill Spass wens goht no chli flissiger Bloge.
    Und nid vergässe jetzt sind er in Amerika der Süde chunnt erscht!!!!!!!!!

    Gruess uss der Schwiz
    Andi

  2. endlich wieder mal was zu lesen;)
    der highway no1 lohnt sich wirklich. bin gespannt wo ihr überall halt macht!

    lg
    dani

  3. Ich war schon zweimal auf dem Nr1 von San Francisco bis Höhe Portland und jedes Mal restlos begeistert.

    Geniesst Eure Reise in vollen Zügen!

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