Money Talk – 3 Monate USA

Dass unsere Reise in den USA beginnt, war bewusst so geplant. Denn wie man sich vorstellen kann, ist dies das teuerste Land auf diesem Roadtrip. Wir dachten: Lieber geben wir am Anfang mehr Geld aus, in günstigeren Ländern kann man hinten raus besser sparen.

Diese Zeilen schreibe ich bereits aus Mexiko, wo wir vor zwei Tagen angekommen sind. Das ist eine gute Möglichkeit, über Geld zu reden. Denn es ist auch das Thema, auf das wir am meisten angesprochen werden. Als erstes wollen wir die häufigsten Fragen klären:

Häufigste Fragen zum Thema Geld

Wie viel hat die Verschiffung von eurem Bus gekostet?
Etwa 2500$ von Belgien nach Seattle. Hätten wir an die Ostküste verschifft, hätten wir etwa die Hälfte bezahlt. Verrechnet wird das Volumen des Fahrzeugs!

Wie viel Geld rechnet ihr für die Reise?
Wir haben etwa 2000$ pro Monat für beide eingeplant. In den USA ist es etwas mehr, in anderen Ländern dafür weniger. Und: Es ist alles inbegriffen. Etwaige Flüge, besondere Ausgaben, Autokosten, Krankenkasse, und so weiter. Die Kosten vorher in der Schweiz sind nicht inbegriffen, so wie etwa die Anschaffung des Vans.

Wie könnt ihr euch das leisten?
Wir haben ganz einfach gespart. Und das etwa 1.5 bis 2 Jahre lang. Mit dem Gesparten können wir etwa zwei Jahre unterwegs sein, haben dann aber keine Rücklagen, um heimzukommen. Dafür müssen wir uns noch etwas überlegen – also unterwegs arbeiten oder weniger ausgeben, als geplant.

Hätten wir das geklärt. Im Vorhinein haben wir zudem einen äusserst amateurhaften Plan gemacht, wie viel Zeit wir in etwa in welchen Ländern verbringen werden und Monatsbudgets festgelegt. So entstand ein Tagessatz pro Land, den wir versuchen, nicht zu übersteigen. In den USA war das 88$. Klingt erst einmal nach viel. Aber wenn man am selben Tag tankt, einkauft und auf einem Campground übernachtet, ist dieses Budget locker überzogen. Wie wir trotzdem einigermassen drin blieben, erzählen wir euch jetzt. Denn in den USA beim Campen Geld zu sparen, ist gar nicht so schwierig.

Geld sparen in den USA

Wildcampen

Am Anfang kostete das etwas Überwindung, aber mittlerweile fühlen wir uns dabei meistens sehr wohl. Wildcampen in den USA ist nicht schwierig und wird auch überall praktiziert. Auf den meisten Walmart-Supercenter-Parkplätzen geht das problemlos und auch in allen Städten findet man Parkplätze und Quartiere zum sicheren und bequemen Übernachten. Websites wie freecampsites oder iOverlander haben uns auch immer sehr gut dabei geholfen. Wichtig ist natürlich, den gesunden Menschenverstand einzusetzen. Wenn sich einer von uns unwohl fühlt, dann übernachten wir an diesem Ort nicht. Und wir schauen, dass wir jeweils relativ spät einfahren und auch vor 8 Uhr morgens wieder weg sind. Bisher wurden wir nur einmal rausgekickt in San Diego, gemeinsam mit etwa 20 anderen Campern, die auch in der hübschen Bucht übernachten wollten. Da wurde es den Behörden wohl zu bunt.

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Einer der Wildcampingplätze, die wir auf freecampsites gefunden haben. Eine ruhige Seitenstrasse, zwei Minuten vom Highway 1 in der Nähe von Big Sur.

Bei diesem Punkt lässt sich wohl das meiste Geld sparen. Denn Campingplätze können in den USA je nach Region schon sehr teuer werden. In den Städten hat es meist gar keine oder nur sehr teure RV Parks, die 50 bis 100$ kosten. Dadurch, dass wir ein Solarpanel und einen Wassertank haben, sind wir nicht von Campingplätzen abhängig und können problemlos eine Weile unterwegs sein, ohne irgendwo einfahren zu müssen.

Foodtrucks

Wir kochen sehr oft selbst. Das ist natürlich die einfachste Art und Weise, beim Reisen mit dem Camper Geld zu sparen. Wir lieben aber gutes Essen und wollten uns die kulinarische Vielfalt in den USA auf keinen Fall entgehen lassen. Eine sehr gute Möglichkeit, das innerhalb des Budgets zu tun sind Foodtrucks. Gerade in den Städten gibt es diese immer, in Portland sind sie ein fester Bestandteil der Kultur. Die Menus sind international, superlecker und kosten selten mehr als 10$.

Benzinpreise vergleichen

Wir haben bald bemerkt, dass die Benzinpreise je nach Ort und Tankstelle ziemlich extrem variieren können. Es lohnt sich, vollzutanken, wenn man gerade einen guten Preis sieht. Gerade wenn man sich nachher von Städten entfernt und vielleicht aufs Land fährt, kann man zusehen, wie die Benzinpreise steigen und teilweise wirklich absurd teuer werden.

Eigener Kaffeebecher

Wir haben die Kaffeekultur in den USA sehr ausgekostet und fast täglich irgendwo einen Kaffee geholt. Nichts Schöneres, als am Morgen loszufahren und sich beim Kaffeehäuschen am Strassenrand noch etwas frisch Gebrühtes zu holen. Schnell haben wir aber auch gemerkt: Die ganzen Einwegbecher machen sich auf der Ökobilanz nicht besonders gut und die produzierte Menge an Müll innert kürzester Zeit ist unsäglich. Also haben wir uns einen hübschen grossen Mehrwegkaffeebecher gekauft. Was uns erst danach bewusst wurde: Wer seinen eigenen Becher mitbringt, bezahlt oft nur den Refill-Preis. Das ist oft etwa ein Dollar weniger. Für beide zusammen und fast täglich macht das dann doch einen guten Betrag aus. Und das gute Gewissen: unbezahlbar!

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Unten links der Becher: stets bereit.

Langsam reisen

Das ist ein Punkt, den wir auch extrem gespürt haben. Immer, wenn wir aus irgendeinem Grund gestresst waren und schneller unterwegs sein mussten, haben wir viel mehr Geld ausgegeben. Für Zwischenverpflegungen, Benzin, unüberlegte Übernachtungen und so weiter. Natürlich kann man sich das nicht immer aussuchen. Aber es hilft, wenn man sich dessen bewusst ist und weiss: Aha, die letzten paar Tage war viel los, wir haben viel Geld ausgegeben, aber wenn wir die nächsten Tage und Nächte am gleichen Ort bleiben, dann geben wir dafür wieder weniger aus.

So viel haben wir ausgegeben

Natürlich lassen sich die meisten Punkte wohl auch auf andere Länder anwenden, aber in günstigeren Ländern ist es vielleicht auch nicht soo wichtig, Geld zu sparen wie in den USA. Nichtsdestotrotz haben wir in den ziemlich genau drei Monaten einen guten Batzen in den Staaten liegen gelassen. Unser Budget belief sich auf ca. 11’000$ für drei Monate. Ausgegeben haben wir schlussendlich etwa 12’500$. Leicht überzogen, aber das ist nicht weiter schlimm. Das hat vor allem damit zu tun, dass wir einige unvorhergesehene grössere Ausgaben hatten: Die Velos kosteten etwa 500$, der Ersatz für Gabis verlorene korrigierte Sonnenbrille 300$, die Surfboardracks 200$, verschiedene Reparaturen am Auto waren ingesamt auch über 500$. Wenn man also all diese Beträge abzieht, sind wir gut im Budget geblieben. Und wenn wir unsere eigenen Ratschläge schon von Anfang an gekannt hätten, wärs noch besser gewesen.

Insgesamt haben wir die USA mit einem sehr guten Gefühl verlassen. Wir haben alles erlebt, was wir erleben wollten und noch mehr. Wir haben sehr gut gegessen, immer top Kaffee getrunken, so gut wie immer biologisch eingekauft. Wir waren eine Woche in der Schweiz, was auch inbegriffen ist, wir haben Luz immer das beste Benzin gegeben und ihn jetzt vor der Grenze noch einmal komplett durchchecken lassen.

Ein interessanter Gedanke ist mir gerade noch gekommen: Je länger man auf Reisen ist, desto weniger spielt Geld eine Rolle. Das heisst, es macht einem nicht mehr so viele Sorgen wie damals, als man sehr viel davon hatte. So erfahren wir das auf jeden Fall.

Und jetzt geht es weiter! Wir werden bestimmt bis Anfang Januar 2017 in Baja California bleiben und dann sicher noch drei weitere Monate auf dem mexikanischen Festland verbringen. Alegría!!

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High Five auf alles <3

Hast du sonst noch Fragen? Zu diesem Thema oder zu einem anderen? Immer her damit!

1 Kommentare

  1. Hallo ihr! Wir sind seit Mutte Juni unterwegs und haben Kanada und Amerika bereist! Am Dienstag geht es weiter nach Hawsii! Wir sind für ein Jahr unterwegs und haben ebenfalls ein Budget gemacht! Wir rechnen mit 2000 franken im monat und sind sehr gut im Budget! Wir werden mit workaway noch bei einigen Stationen für kost und logie arbeiten! So spart man auch geld!! Viel spass euch!

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