Legale Vagabunden – darum haben wir uns abgemeldet

Ab dem 18. sind wir offiziell in der Schweiz abgemeldet. Für uns ist das auf jeden Fall die beste Lösung – und für deine Langzeit- oder Weltreise vielleicht auch. Die Gründe, die dafür sprechen:

Processed with VSCO with a6 preset

Einkauf des Tages: Abmeldung ins Ausland (30.-) und Strassenkarte von Mexiko (15.-).

Die Länge der Reise

In der Stadt Zürich sollte man sich abmelden, sobald man länger als ein halbes Jahr unterwegs ist. Es gibt zwar Wege, das zu umgehen, aber für uns hätte sich das schwierig gestaltet. Dazu bei den folgenden Punkten mehr.

Kein Papierkram unterwegs

Wer sich abmeldet, muss keine Steuererklärung mehr ausfüllen, denn die Steuern werden bei der Abmeldung beglichen. Danach hat man seine Ruhe. Die versäumten AHV-Beiträge (Mindestbetrag) kann man bis zu fünf Jahre nach Rückkehr noch begleichen.

Krankenkasse

Mit der Abmeldung fällt die obligatorische Krankenkasse in der Schweiz – welche wirklich sehr teuer ist – weg. Das entlastet unser Reisebudget extrem. Zudem versichert keine Schweizer Krankenkasse eine solche Reise (zu einem normalen Preis). Wir haben uns für die Langzeitkrankenversicherung der Hanse Merkur entschieden. Diese versichert alles, was uns auf der Reise wichtig ist. Zusatzversicherungen der Schweizer Krankenkasse lassen sich zudem sistieren bis zur Rückkehr.

Kündigungsfristen

Gibt es nicht! Wir können Handyabo, Krankenkasse, Billag und alles weitere fristlos kündigen. Das spart Zeit und vor allem gibt es so auch keine Fixkosten zuhause während der Reise.

Militär

Sandro ist Major im Schweizer Militär, er muss deshalb regelmässig zum Dienst antreten. Marschbefehle gibt es nur keine, wenn er sich abmeldet.

Ausländer in der Schweiz

Gabriella ist Liechtensteinerin und mit ihrer Aufenthaltsbewilligung B in der Schweiz darf sie nicht so lange Zeit ohne Arbeit in der Schweiz angemeldet sein. Der Nachteil hierbei: Sie hätte sich bald für die Niederlassung C anmelden können. Dies verfällt nun und sie muss nach Rückkehr wieder 5 Jahre in der Schweiz wohnen, bevor sie sich für die Niederlassung bewerben kann.

Alles in Allem ist eine Abmeldung im Stadthaus recht schmerzlos. Vor allem für Gabriella, die ohnehin Quellensteuer bezahlt und darum keine Steuersachen mehr klären muss. Sandro muss vorher noch zum Steueramt und die Steuern sofort begleichen – aber auch das geht relativ fix.

19 Kommentare

  1. Danke für diesen hilfreichen Beitrag. Werde in nicht allzu ferner Zukunft selbst für ein halbes Jahr verreisen und beschäftige mich im Kopf bereits langsam mit genau solchen unsexy Fragen.

    • vanabundos

      Sehr gerne, lieber Andy!
      Ist am Ende gar nicht sooo viel. Aber es lohnt sich schon früh eine To-Do-Liste zu machen. Wohin gehts denn?
      Liebe Grüsse,
      Gabs

  2. Hallo Ihr Zwei

    Wie läuft das denn mit Eurem Büssli, wenn ihr beide in der Schweiz abgemeldet seid? Wie habt ihr das eingelöst und die Sache mit der Versicherung geregelt?

    Ich wünsch Euch eine super Reise und viel tolle Erlebnisse
    Sven

    • vanabundos

      Hallo Sven!

      Der Bus ist auch abgemeldet. Wir haben es gleich gemacht wie viele andere vor uns: Kopien machen lassen (bei turifunk.ch) und die Original-Nummernschilder zurück zur MFK gebracht. Im Ausland interessierts ja niemanden, ob die Plaketten original sind oder nicht – wichtig ist, dass der Bus welche hat. Versicherung schauen wir dann von Land zu Land. Ich hoffe, das hat dir geholfen! Gibt vielleicht auch noch einen Blogbeitrag dazu, weil wir die Frage oft hören.

      Alles Gute auch dir!

  3. Mein Gott! Immer wieder die gleiche Geschichte! Super-Clever spielen und dann bei der Rückkehr oder einem Unfall jammern, weil mit gefälschten Nummernschildern unterwegs. Sorry, wer die paar Franken sparen muss, sollte nicht auf Reisen gehen! Das ist so cool wie im Supermarkt nach dem wägen der Äpfel noch zwei dazuzupacken. Klar, es geht, klar, der Supermarkt verkraftet es – aber eigentlich ist es … beschissen. Sorry!

    • vanabundos

      Hallo Tobias
      Danke für deine Nachricht. Das hat doch nichts mit dem Finanziellen zu tun. Aber keine Versicherung in der Schweiz versichert dir eine solche Reise. Ausserdem: Was ist, wenn wir in die MFK müssten? Zurückverschiffen? Wenn du eine bessere Lösung hast, dann teile uns diese doch mit. Ich bin gespannt!
      Beste Grüsse,
      Gabriella

      • mit was ausser den finanzen hat’s den sonst zu tun? wenn ihr den bus mit gefälschten nummernschildern von land zu land versichern werdet, dann klappte das wohl auch mit den richtigen… aber klar, dann müsstet ihr hier die gebühren und versicherungen weiter bezahlen…

        • vanabundos

          Versicherungen bezahlen wir auch so, einfach in den Ländern, in die wir reisen. Und wieso sollten wir in der Schweiz Gebühren bezahlen, wenn wir die Strassen hier für so lange Zeit nicht befahren? Wie gesagt, hast du vielleicht eine bessere Lösung? Ich denke, viele Reisende würden sich sehr darüber freuen!

          • Ich muss hier auch mal was sagen: Wir haben das gleiche „Problem“ mit unseren Motorrädern. Wir werden das gleiche tun wie die Vanabundos, denn da wir für länger unterwegs sind würden wir, wenn wir in der Schwiez angemeldet bleiben ein Aufgebot bekommen zum prüfen….nun was macht man wenn man sein Fahrzeug prüfen lassen muss und man auf der anderen Seite der Welt ist? Das Strasseverkehrsamt hat übrigens dafür keine Lösung und haben bestätigt dass es wohl keine Alterantive gibt als die Nummernschildern zurück zu geben.

  4. Hättet ihr Luz nicht hier beim Strassenverkehrsamt angemeldet lassen können, obwohl ihr Euch abgemeldet habt? Das gleiche mit der Versicherung? Dann wäre dies wenigstens geregelt.

    • vanabundos

      Hallo Cello

      Wie ich schon Tobias gesagt habe: schwierig. Kennst du eine Schweizer Versicherung, die zwei Jahre in Amerika abdeckt?

      LG Gabriella

  5. Hey ihr Beiden!

    Zuerst mal: Tolle Seite und ihr seid sehr sympathisch! (Auch wenn Sandro Soziologie studiert hat! ;P)
    Ich reise selber sehr gerne und regelmässig und möchte in naher Zukunft auf Weltreise gehen (Schade habe ich euch erst jetzt entdeckt, vielleicht hätten wir uns 2015 in Bali sonst treffen können).

    Daher verfolge ich seit Jahren andere, die auf Weltreise sind und darüber berichten. Ich empfehle euch die Seite pawsontour.com. Ein Solothurner Pärchen, dass die vergangenen drei Jahre die Panamericana mit Auto und zwei Hunden bereiste. Dort findet ihr viele Inputs zu Versicherungen, Verschiffungen und und und….wird vielleicht schon zu spät bei euch sein, aber trotzdem sehr informativ wie auch inspirierend!

    Euch wünsche ich ganz viel Spass, Neugierde und viele neue Erfahrungen! Werde euch gespannt weiterverfolgen!

  6. …ganz vergessen: Bin ab 24.07 für ein Monat in Costa Rica unterwegs. Wer weiss, vielleicht seit ihr ja dann schon in der Umgebung?!

    • vanabundos

      Hallo Jogi

      Super, vielen Dank! Kannten wir gar nicht! Leider sind wir wohl vor Mitte 2017 nicht in Costa Rica. Aber vielleicht sonst mal!

      Alles Gute!

  7. Hoi zäme,
    Super wie ihr das macht. Wir waren im 2002 für über 7 Monate in Nordamerika mit dem eigenen RV unterwegs. Ich fand es auch unsinnig hier in CH Versicherung und Strassengebühren doppelt zu bezahlen. Wir schlossen diese in USA ab. Habe bei der Verschiffung in Bremerhafen die Nummern wieder nach Hause genommen und bei der Rückkkehr wieder neu eingelöst. Drüben hatten wir kopierte Nummern. Und das mit der MFK stimmt natürlich auch.
    Wir haben fast alle US Staaten (auch AK) und alle CAN Provinzen bereist.
    War ein fantastisches Erlebnis.
    Euch alles Gute
    mlGr Fritz

  8. Bula!

    Spannend dieser Artikel.
    Wie es scheint, werden die Dinge punkto Steuern und Krankenkasse ganz nach dem schweizerischen Kantönligeist überall etwas anders gehandhabt. 🙂
    Fakt ist: Das Zivilgesetzbuch, Art 24 b Ziff 2 besagt, dass der Wohnsitz bis zur Begründung eines neuen Wohnsitzes an der alten Adresse bleibt. Somit wäre eigentlich die Krankenkassenprämie sowie die Steuererklärung auch auf einer solchen Reise fällig – denn die gilt offiziell nicht als Auswanderung.

    Wir haben uns mit denselben Fragen herumgeschlagen und erhielten selbst vom Bundesamt für Gesundheit diese Antwort. Dank einer guten Portion Menschenverstand wurden wir schlussendlich doch noch von der Krankenkasse befreit.

    Für allfällige Nachahmer: Erwähnt bei der Abmeldung keinesfalls das Wort „Reise“ 🙂 Was ihr sonst noch so bedenken müsst, hier unsere Version:
    http://www.umdiekugel.ch/administratives/

    Herzliche Grüsse aus Fiji und möge Luz euch noch lange begleiten..
    Marilyne & Simon

  9. Steffi Hardt

    Hallo ihr beiden,

    wenn ihr ohne feste Meldeadresse unterwegs seid, wie gestaltet sich das an den Grenzen mit euren Ausweisen bzw. wie war das bei der Airline auf dem Hinflug? Es ist müsste ja dann ein Vermerkt in euren Ausweisen *ohne festen Wohnsitz* sein.

    LG Steffi

    • vanabundos

      Hallo Steffi. Also soweit wir wissen, steht in keinem Pass der Wohnsitz einer Person. Wir hatten diesbezüglich keine Probleme. Liebe Grüsse!

Kommentare sind geschlossen.