Ich habe gekündigt!

Nun habe ich also gekündigt. Was vor vielen Monaten noch so weit weg schien, ist jetzt passiert. Ich fühle Entlastung und Erleichterung: Endlich ist es raus.

Es fiel mir unglaublich schwer, bei der Arbeit so lange nichts von unseren Plänen zu sagen, respektive sagen zu dürfen. Ich musste so oft auf meiner Schnauze sitzen und meine Mitarbeiter mehrere Male anlügen. Nun, da wir unsere Wohnung schon etwas früher aufgeben, hatte ich keine andere Wahl und musste es mitteilen. Darüber bin ich keinesfalls unglücklich, denn die Geheimnistuerei ging mir langsam ziemlich auf die Kokosnüsse.

Auf jeden Fall wurde mich dabei mal wieder bewusst, wie verschieden die Menschen mit einer solchen Ankündigung umgehen. Viele freuen sich für uns, einige machen natürlich die obligatorischen lustigen Sprüche. Und bei einem grossen Teil kann man geradezu zuschauen, wie in ihrem Kopf eine Maschine in Gang gesetzt wird.

Eine Maschine, die vielleicht schon eine Weile nicht mehr gelaufen ist, oder einfach etwas eingerostet war: die Traummaschine. Sie fragen sich, was eigentlich mit den Träumen passiert ist, die sie einmal hatten oder die sie noch immer haben.

Manchmal wird auch gleich nach Ausreden oder Erklärungen gesucht, warum sie selbst so etwas nicht machen können: Job, Geld, Kind, neue Wohnung und Südamerika ist ja eh ziemlich gefährlich. Das musst du doch mir nicht erklären! Vor einem Jahr war dieser Plan auch nur eine Schnapsidee auf Bali.

Doch diese Schnapsidee hat unsere Traummaschine angeworfen und wir haben dafür gesorgt, dass sie in der darauf folgenden Zeit immer wieder mit Treibstoff versorgt wurde. Und hier bin ich: vier Monate und einen Tag von meinem letzten Arbeitstag entfernt – sozusagen an der Einfahrt ins Panamericana-Stadion.

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Manchmal habe ich mich schlecht gefühlt nach solchen Gesprächen. Wenn die Leute einem nur erklären, warum sie dies und jenes nicht machen können, obwohl sie es gerne wollten. Doch mein Mitarbeiter hat es eigentlich schön auf den Punkt gebracht: «Wenn deine Pläne nur jemanden dazu bringen, seine Träume wieder zu träumen, dann hat es sich schon doppelt gelohnt.»

Er hat recht.

1 Kommentare

  1. Hallo Gabriella,
    klasse, dass du dich nicht von DEINEM weg hast abbringen lassen! Und es durchziehst. Hut ab und Chapeau! Ich habe deinen motivierenden Beitrag auch meinen Lesern in meinem weekly reading vorgestellt.
    Ein schönes Wochenende euch beiden!
    Mario

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