Einbruch und Visa-Probleme in Chetumal

Vielleicht ist uns das alles passiert, weil wir gar nicht wirklich hier sein wollten. Viel lieber wären wir noch in Zipolite, wo alles gut ist, oder in den Bergen in San Cristobal, wo es fast alles gibt, was wir lieben. Nach Chetumal sind wir nur gekommen, um mein (Gabs‘) Visum für Belize zu erledigen. Vieles in uns hat sich dagegen gesträubt, aus Bürokratie-Gründen hierher zu kommen.

Wie auch immer. Auf jeden Fall kommen wir nach einer ziemlich langen 6-Stunden-Fahrt in Chetumal an und verhungern fast. Wir haben beide schon ein komisches Gefühl beim Hineinfahren. Wir suchen uns ein lokales Café und parkieren Luz um die Ecke. Weil wir ihn aber gerne in Sichtweite haben, steht Sandro nach fünf Minuten auf, um ihn auf den freigewordenen Parkplatz vor dem Café zu fahren. Er kommt zurück und sagt: „Komisch, die Fahrertür war offen. Ist aber nichts passiert.“ Ich hab wohl sowas gesagt wie „ok“ und wir essen und spazieren noch etwas herum. Zurück beim Auto bemerke ich, dass das Innere des Handschuhfachs auf dem Boden liegt. Hier drinnen war jemand. Wir feiern noch eine halbe erfolgreiche Sekunde, da wir denken, die Diebe wären nur auf unsere kaputte Kamera und das Handy im Handschuhfach hineingefallen. Aber als Sandro sagt: „Shit, die Kameratasche ist weg“, ist klar, dass das alles andere als lustig ist. 

Das Ganze muss in den ersten fünf Minuten passiert sein. Das Auto hat keinen Kratzer, wir sind uns aber sicher, die Türen abgeschlossen zu haben. Wie dem auch sei. Im ersten Moment ist man geschockt und versucht, einen Schuldigen zu finden, bis man bemerkt, dass man sowieso nichts ändern kann. Wir fahren also zur Polizei und machen eine Anzeige und am Abend haben wir uns schon wieder beruhigt. Wenn wir gewusst hätten, was Chetumal noch mit uns vorhat, wir wären sofort weit, weit weg gefahren.

Das Wochenende verbringen wir in einem nicht ganz günstigen, dafür aber wunderschönen Campingplatz unter Palmen direkt am türkisblauen Meer. Wir sind schon fast wieder versöhnt. Bis es Montag ist und wir früh losfahren, um alle Dokumente für das Visum auszudrucken und schliesslich zum Konsulat zu bringen. Leider existiert das Konsulat an diesem Ort nicht mehr. Wir fragen uns zwei Stunden lang durch – die Details erspare ich dir gerne – bis wir bei der neuen Adresse ankommen. Wo das Konsulat auch nicht mehr ist. Wir finden heraus: Es gibt überhaupt kein Konsulat mehr in Chetumal. Sehr schön.

Die Stimmung ist abermals im Keller. Aufheitern kann uns nur das selbstgebackene Brot aus dem neuen Campingofen. Und natürlich das Meer. Was aus Belize wird, wissen wir nicht. Vielleicht fahren wir morgen mal zur Grenze und fragen nach. In einem Monat müssen wir Mexiko verlassen –  das wird schwierig! Chetumal müssen wir aber so schnell nicht wieder sehen.

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