Wie wir den perfekten
Camper gefunden haben

Ein Van kommt ja nicht einfach so in das Leben eines Menschen. Dies ist die Geschichte, wie und warum wir uns für Luz und ein teilweises Leben auf Rädern entschieden haben.

Am Anfang war die Wohnung. Eine tolle Wohnung! Das Problem: Sie steht immer am gleichen Ort. Die zwei Wochen Bali Anfang 2015 haben uns gezeigt, wie befreiend es ist, in den Ferien mit dem eigenen Gefährt unterwegs zu sein. Wenn wir weiterfahren wollten, sind wir gefahren – wenn nicht, dann nicht. Wir haben Orte gesehen, die wir niemals gefunden hätten, wenn wir danach gesucht hätten. Zuhause hatten wir zwar auch ein Auto, aber uns war schnell klar, dass wir auch in Sachen Schlafplatz unabhängig sein wollten. Also machten wir uns Mitte 2015 auf die Suche nach einem Camper, einem kleinen Wohnmobil, einem Zuhause auf Rädern.

Doch einen solchen zu finden, erwies sich als schwieriger als gedacht: Welche Marke? Wie alt darf er sein? Mit oder ohne Hochdach? Wie viele Sitz- und Schlafplätze brauchts? Welche Grösse ist ideal? Ist Allrad nötig? Und was zum Teufel kostet ein gescheites Gefährt? Da wir eher wenig Ahnung vom Innenleben von Autos hatten, haben wir uns an einen befreundeten Mechaniker sowie ans Internet gehalten.

Unsere Anforderungen an einen perfekten Camper

Wichtig

  • Nicht zu gross, dann passt er auch durch enge italienische Gassen
  • Hochdach, damit man immer darin stehen kann
  • Solarzellen für die totale Unabhängigkeit
  • Eine Küche mit Kühlschrank und fliessend Wasser
  • Toilette
  • Nicht zu jung und mit Handschaltung, weil er dann eher mechanisch, als elektronisch läuft
  • Er sollte nicht mehr als 25’000 Schweizer Franken kosten

Optional

  • Allrad
  • Duschmöglichkeit
  • Trinkwasserfilter

Wir haben über mehrere Wochen so ziemlich alle Optionen angeschaut. Lange waren wir überzeugt, einen ausgebauten Mercedes Sprinter zu wollen, doch von denen die meisten Automaten waren. Später war ein Pick-up mit Wohnkabine die vermeintlich perfekte Lösung. Doch schliesslich fand sich auch hier nichts wirklich Zufriedenstellendes.

Am Ende doch immer VW

Irgendwann dazwischen haben wir hier in Zürich zwei verschiedene Sven-Hedin-Camper von Volkswagen angeschaut. Ein wunderschönes Gefährt, das unglaublich viel auf sehr wenig Platz bietet. Dazu gehören sechs Sitzplätze, Dusche, Küche und Toilette und vier Schlafplätze. Klingt nicht nur fantastisch, sieht auch wirklich toll aus! Sie waren nicht mehr die jüngsten, aber dafür sehr gut in Schuss.

Sven Hedin Camper VW

Sandro und Freund und Mechaniker Michel checken Sven aus.

Wir waren uns eigentlich schon sicher, dass wir einen der beiden nehmen würden. Doch am Ende hat doch die Vernunft gesiegt. Denn der Sven Hedin ist leider ein Auto, das ziemlich tief liegt. Damit hätte man spätestens auf unebenen Strecken weg vom Asphalt schnell Probleme. Zumal der Gastank weit unten hängt. Wir waren etwas enttäuscht und denken noch heute gerne an die beiden Besichtigungen zurück. Wenn wir nur hier in der Schweiz herumgefahren wären, hätten wir heute mit Sicherheit einen Sven Hedin. Aber wir brauchten einen Camper mit etwas mehr Geländetauglichkeit.

Also ging die Suche weiter. Wir haben online in allen deutschsprachigen Ländern gesucht und hielten monatelang bei jeder Occasionsfläche, an der wir vorbeifuhren, an. Eine Erkenntnis hatten wir bald: Es gibt mindestens eine Hand voll sehr gut erhaltener Sven-Hedin-Camper im Kanton Zürich. Ohnehin hatten es sich bald leise, aber stetig, zwei Buchstaben in unseren Hinterköpfen gemütlich gemacht: VW. Immer wieder fanden wir vielversprechende VW-Vans, doch irgendetwas störte uns immer: zu viele Kilometer, Rost, unsexy Eigenausbau, sehr wenige PS, zu teuer.

Und gerade dann, wenn man keinen Bock mehr hat…

Bis zu einem schicksalshaften Wochenende, das uns bis heute zum Lachen bringt. Es ist Anfang August und wir wollen ein gemütliches Wochenende im Wallis verbringen. Wandern und Natur stehen auf dem Programm. Doch der Horror beginnt schon bei der Fahrt hoch: Der Nebel ist so dicht, dass wir das Hotel (das am Ende nur noch 50 Meter vor uns stand) nicht finden. Als wir dann direkt wandern gehen wollen, bemerken wir die Unmöglichkeit dieses Vorhabens. Es wäre viel zu gefährlich bei dieser Nicht-Sicht in den Bergen rumzulaufen. Am folgenden Tag dasselbe. Was tun wir also?

Wallis im Nebel

Das Wallis. Glaub ich.

Lesen und nach Campern suchen. Und da stossen wir mal wieder auf den schönen weissen VW T3 Syncro mit dem Hochdach. In den Wochen zuvor hatten wir ihn schon einige Male gesehen, doch der Preis von fast 30’000 Franken sprengte unser mentales Budget, weswegen wir ihn nie wirklich in Erwägung zogen. Doch an diesem vernebelten Freitag war etwas anders. Also schrieben wir die Besitzer spontan an und verabredeten einen Termin fürs kommende Wochenende. Der Rest ist Geschichte und wenn man es so betrachtet, hat sich das langweiligste Wochenende des Jahres doch sehr gelohnt.

VW T3 Syncro

Das ist Luz in Avignon, Frankreich.

So kam Luz zu uns. Und er erfüllt so ziemlich alles, was wir uns gewünscht hatten. Ausser der Küche, aber draussen kochen ist eh cooler. Und das Budget wurde auch nicht zu arg überschritten: Wir bezahlten am Ende 26’500 Franken.

Die zweite und wichtigste Erkenntnis: Wenn du in deinem perfekten Camper sitzt, dann spürst du es. Vanlove auf den ersten Blick, sozusagen.

1 Kommentare

  1. Oh wie dieser Satz stimmt „Wenn du in deinem perfekten Camper sitzt, dann spürst du es.“ Wir haben auch lange nach unserem Elvis (T3) gesucht und als wir die erste Probefahrt mit ihm machten, war direkt klar: Da ist er – unser Camper! <3 Habt eine wundervolle Reise, ihr drei! Ich freue mich auf viele folgende Berichte.

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