Der Kugelschreiber

Gabriella kämpft sich gerade durch eine 30-Tage-Challenge, in der sie jeden Tag eine Geschichte zu einem Gegenstand in unserem Camper schreibt. Hier eine davon, welche sich im letzten  März zugetragen hat:

Der Kugelschreiber

Ein normaler Dienstag im Osten Mexikos. Eine unbekannte Täterschaft verschafft sich Zugang zu einem Volkswagen-Camper mit Schweizer Kennzeichen. Sie entwendet die Kameratasche, welche zu ihrer Freude schön to go zwischen den Sitzen liegt. Das Diebesgut ist für immer über alle Berge, da kann auch Herr Alvarez (sic!) auf der Polizeistelle einige Stunden später nichts mehr ausrichten.

Das mit den Kameras ginge ja noch, aber irgendein Schlaumeier hatte auch das Laptop-Ladekabel in die Tasche gesteckt. Wir ergeben uns unserem Schicksal und fahren in das nächstgelegene Einkaufszentrum. Office Depot, amerikaweit das wichtigste Geschäft für Büroutensilien, würde uns für fast 100 Franken aus der Klemme helfen. Denn so viel kostet ein Ladekabel für ein Macbook, mindestens. Nur so können es sich die Halunken von Apple leisten, ein Macbook Air für 1000 Franken zu verkaufen. Weil sie nämlich wissen, dass mindestens die Hälfte der Leute irgendwann ein neues Kabel braucht. Oder ein neues Motherboard für 500 Franken, so wie wir (ja, das Leben meinte es gut mit uns damals im März), einige Wochen später. Aber das ist eine andere Geschichte.

Office Depot also. Wir steuern direkt auf die Vitrine mit dem Apple-Zeug zu und erspähen das richtige Ladekabel. Der Mitarbeiter erschrickt ein wenig, als wir ihm zeigen, was wir wollen. Er verschwindet für lange Zeit im Lager. Kurz übermannt uns die Angst, er hätte uns sozusagen in real life geghostet – aber er kommt zurück. Mit dem Manager im Schlepptau. Der Manager hat einen Schlüsselbund dabei. Mindestens dreissig Schlüssel musste mal jemand an diesem Schlüsselbundring einfädeln. Der Manager steckt jeden einzelnen Schlüssel in das Schloss der Vitrine. Als er durch ist, noch einmal. Er beginnt zu schwitzen.

Am Ende werden wir 30 Minuten gewartet haben, bis sich auch der Manager seinem Schicksal ergibt und uns fragt, ob wir die Box überhaupt bräuchten. Wie bitte? Ja die Box, er könne die Vitrine nicht öffnen, aber er habe das Produkt im Lager, einfach ohne Box, die sei in der Vitrine.

An der Kasse klauen wir den Kugelschreiber, als Wiedergutmachung. So krumm ist er nur, weil es später einmal sehr heiss wurde im Auto.

Apropos Auto. Schon lustig, dass die unbekannte Täterschaft ohne etwas kaputtzumachen ein Auto öffnen konnte und der Manager trotz Schlüssel vor einer verschlossenen Vitrine stand. Ein Vitrinenschloss hätten wir gebraucht!

Alle #30dinge30geschichten gibt es auf Gabs‘ Website nachzulesen.

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2 Kommentare

  1. Hoi zäme

    Schon seit Beginn verfolge ich euren Blog und lese eure Einträge und Geschichten extrem gerne. Sie erheitern mir jeweils den Büro-Alltag 😉
    Und ich weiss nicht wie es um eure Schlösser steht, aber die von unserem Bus (wir haben auch einen T3) sind easy zu knacken. Z.T. kann man einfach mit einem anderen Schlüssel aufmachen. Wir lassen ihn jeweils offen und nehmen einfach die Wertsachen wir Kamera und Laptop mit… Mühsam, aber so machen sie uns wenigstens nicht noch etwas kaputt…

    Ich free mich, bald wieder von euch zu Lesen!

    • vanabundos

      Hallo liebe Lü!
      Oh, das freut uns natürlich sehr! Schön, bist du dabei!
      Natürlich sind unsere Schlösser auch easy zu knacken. Das erklärt ja auch, dass die das Auto aufgemacht haben, ohne es kaputt zu machen, hahaha! Das mit dem Offenlassen haben wir auch schon gehört. Wo seid ihr denn so unterwegs?

      Liebe Grüsse!

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