Kategorie: Vanlife

Seid ihr schon Alkoholiker?

IMG_3023

Also wenn ich jahrelang auf Reisen wäre, würde ich wohl jeden Tag trinken. Seid ihr nicht schon lange Alkoholiker?

Eine häufig gestellte Frage, die durchaus Berechtigung hat, wenn man uns vor dieser Reise kannte. Alkohol war unser ständiger Begleiter. Nach der Arbeit, an jedem Wochenendtag, zum Runterkommen, zum Wachbleiben, zum Stress abbauen. Es war nicht so, dass wir ihn gebraucht hätten, aber er gehörte dazu. Das verurteilen wir heute auch nicht, denn wir hatten immer sehr viel Spass.

Tatsächlich trinken wir jetzt sehr viel weniger. Nicht nur seltener, sondern vor allem mengenmässig. Für manche von uns ist es eine ganz neue Erfahrung, nach einem langen Tag nur ein einziges (kleines) kühles Bier zu trinken.  Weiterlesen

Alles zu Mexico

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Nun sind wir schon fast einen Monat nicht mehr in Mexico. Falls es jemand noch nicht mitbekommen hat: Wir haben uns zutiefst in das Land verliebt und wären fast nicht in der emotionalen Lage gewesen, die Grenze zu überqueren. Jetzt, mit etwas Abstand, wird einem klarer, warum das so ist. Darum hier eine kleine, persönliche Zusammenfassung zu unserem halben Jahr in Mexico.

Aufenthaltsdauer Mensch
Wer nach Mexico einreist, erhält problemlos 180 Tage Aufenthalt. Wir haben die Dauer fast komplett ausgereizt. Tatsächlich sind wir ungefähr eine Woche vor Ablauf zum Migrationsamt und haben gefragt, ob wir nicht verlängern könnten. Man teilte uns nett mit, dass es keinen legalen Weg gibt, das zu tun. Die einzige Möglichkeit wäre gewesen, aus- und einige Tage später wieder einzureisen. Aus heutiger Sicht sind wir froh, dass es nicht funktioniert hat, sonst wären wir wohl stracks zurück nach Zipolite gefahren und nie wieder von der Hängematte aufgestanden. Weiterlesen

Trinkhalme sind wie Krieg

IMG_0755

Plastik-Trinkhalme sind wie Krieg: böse, überflüssig und es gibt viel zu viel davon. Im Internet findet man Zahlen zum Verbrauch. 40 Milliarden Stück pro Jahr alleine in Deutschland. 50 Millionen täglich in den USA. Wollen wir mal versuchen, das auf die Welt hochzurechnen? So weit kann ich gar nicht zählen. Dass in den USA zu jedem Pups ein Halm mitgegeben wird, kann ich bestätigen. Auf meiner Reise durch Mexiko und nun Guatemala ist es nicht besser. Das Schlimme in diesen Ländern ist aber vor allem der Müll, der an vielen Orten herumliegt. Trinkhalme sind immer dabei. Am Meer, am Strassenrand, überall, wo Kokosnüsse getrunken werden (und das ist wirklich überall). Weiterlesen

Wir sind noch da!

IMG_0746

Herzliche Grüsse aus Guatemala! Dass man (zumindest auf diesem Kanal) nichts von uns hört, hat einen grossen Grund. Unser Laptop ist seit einigen Wochen kaputt. In Mexiko konnten wir ihn nicht flicken lassen, weil die da ziemlich lahm waren und wir das Land verlassen mussten. Denn unsere 180 Tage Aufenthaltsdauer waren gezählt. Nach den Visa-Schwierigkeiten mit Belize entschieden wir uns, direkt nach Guatemala zu reisen. Das hiess aber, innert drei Tagen 1400 Kilometer runterzufahren. Weiterlesen

Wir sind die Freelancer, die du brauchst!

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Die Zeit ist gekommen. Wir haben wir die Schnauze voll vom ständigen Leben unter Palmen, am Meer und an der Sonne und können uns nichts Besseres vorstellen, als die Tage am Laptop zu verbringen – ein Satz, den noch nie jemand gesagt hat. Und doch steckt für uns ein wenig Wahrheit darin.

Acht Monate leben wir nun schon on the road. Eine Zeit, in der wir viel miteinander diskutiert und hinterfragt haben. Diese Reise ist bereits ganz anders, als wir sie uns vorgestellt hatten: Wir sind viel langsamer unterwegs, machen Lieblingsorte zum temporären Zuhause und geniessen die Ambivalenzen, die sich dadurch ergeben (Stadt – Land, Wald – Meer, Kälte – Wärme, supersozial – absolut unkommunikativ). Die vielleicht wichtigste Erkenntnis ist, dass wir fähig sein wollen, diese Art von Leben weiterhin zu führen, abgesehen von dieser Reise von Nord- nach Südamerika. Damit meinen wir nicht die Palmen (wobei wir sie natürlich nicht ablehnen!), sondern die Spontaneität, die Möglichkeit, dort zu sein, wo wir gerade am liebsten sein wollen (und wenn es die Schweiz ist) und dabei das zu tun, was wir lieben und gut können. Weiterlesen

Augenöffner

imagefd1

Eine der äusserst schönen Seiten dieser Reise ist, dass wir sehr viel Zeit haben zum Lesen. Oft haben wir keine Internetverbindung, sind irgendwo weit weg von Städten und Menschen und dann gibt es nichts besseres, als in einem Buch zu versinken (bzw. im Kindle bzw. im iPad).

Ich weiss gar nicht mehr, wie ich auf „Half the Sky – How to change the World“ von Nicholas D. Kristof und Sheryl Wudunn gekommen bin und warum ich es genau runtergeladen habe. Irgendwie habe ich das Gefühl, es hat mich gefunden. Der Titel ist etwas irreführend, aber wohl bewusst so gewählt, damit sich jeder angesprochen fühlt.

Es geht um Frauen und um Menschenrechte. Vor allem geht es darum, dass Millionen Frauen auf dieser Welt fehlen. Weil ihre Leben in vielen Kulturen weniger wert sind und sie darum weniger medizinische Versorgung erhalten. Weil sie beim Gebären sterben oder derart verletzt werden, dass es bald danach geschieht. Weil sie abgetrieben werden, bevor sie zur Welt kommen. Weil sie verkauft und zwangsprostituiert werden, bis sie an AIDS oder an Kummer sterben oder sich selbst das Leben nehmen. Weiterlesen

Einbruch und Visa-Probleme in Chetumal

foto

Vielleicht ist uns das alles passiert, weil wir gar nicht wirklich hier sein wollten. Viel lieber wären wir noch in Zipolite, wo alles gut ist, oder in den Bergen in San Cristobal, wo es fast alles gibt, was wir lieben. Nach Chetumal sind wir nur gekommen, um mein (Gabs‘) Visum für Belize zu erledigen. Vieles in uns hat sich dagegen gesträubt, aus Bürokratie-Gründen hierher zu kommen.

Wie auch immer. Auf jeden Fall kommen wir nach einer ziemlich langen 6-Stunden-Fahrt in Chetumal an und verhungern fast. Wir haben beide schon ein komisches Gefühl beim Hineinfahren. Wir suchen uns ein lokales Café und parkieren Luz um die Ecke. Weil wir ihn aber gerne in Sichtweite haben, steht Sandro nach fünf Minuten auf, um ihn auf den freigewordenen Parkplatz vor dem Café zu fahren. Er kommt zurück und sagt: „Komisch, die Fahrertür war offen. Ist aber nichts passiert.“ Ich hab wohl sowas gesagt wie „ok“ und wir essen und spazieren noch etwas herum. Zurück beim Auto bemerke ich, dass das Innere des Handschuhfachs auf dem Boden liegt. Hier drinnen war jemand. Wir feiern noch eine halbe erfolgreiche Sekunde, da wir denken, die Diebe wären nur auf unsere kaputte Kamera und das Handy im Handschuhfach hineingefallen. Aber als Sandro sagt: „Shit, die Kameratasche ist weg“, ist klar, dass das alles andere als lustig ist.  Weiterlesen

Hängengeblieben in Zipolite

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Ok, heute noch. Aber morgen gehen wir wirklich!

Wir so. Jeden Tag. Angefangen hat alles mit der langen Fahrt von Mexico City nach Oaxaca City. Eigentlich begann es mit einer missglückten Google-Suche und einem äusserst unfähigen Taxifahrer in Mexico City, aber das ist eine andere Geschichte. Auf jeden Fall fuhren wir also nach Oaxaca City, wo unsere Freunde Laura und Rafi schon auf uns warteten. Ein hübsches Städtchen, doch das Meer hatte eine stärkere Anziehungskraft nach zwei Wochen in der grossen Stadt.

Wir stellten uns also für eine Nacht in irgendeine Strasse und hofften, die getrunkenen Gin Tonics in der kurzen Nacht wegschlafen zu können. Um drei Uhr erwache ich allerdings völlig verstört, als das Auto auf einmal zu fahren beginnt. Jemand hatte sich an unseren Surfbrettern zu schaffen gemacht und Sandro fand es eine gute Idee, einfach wegzufahren. Zwei Ecken weiter hielt er an und wir schliefen weiter. War uns so zwar noch nie passiert, aber irgendwann musste es ja geschehen. Das Problem: Oaxaca City ist ein verdammtes Nest. Zwei Stunden später erwache ich erneut und stehe fast im Bett, weil Sandro mit dem Fuss voll gegen die Hinterscheibe getreten hat. Da war doch tatsächlich einer an den Velos dran! Dieses Mal parkieren wir nicht um, sondern schlafen irgendwie gar nicht mehr richtig ein. Der schönste Moment war, als um halb sieben Uhr morgens tatsächlich der Müllwagen neben uns parkierte und für zwanzig Minuten lang einen unglaublichen Lärm veranstaltete. Wir gaben auf. Weiterlesen

2 Wochen in Mexico City

IMG_3026

Es ist Ende Januar. Die Vorstellung, mit dem Bus durch die Stadt zu fahren, war schon zu Beginn nicht eines unserer Lieblingsthemen. Deshalb war es klar, dass wir Mexico City grossräumig umfahren, um Luz auf einem Campground, rund 40km ausserhalb, für die Dauer unseres Aufenthaltes zu parkieren. Selbstverständlich erwischten wir die falsche Aus-, respektive Einfahrt und Schwupps: Welcome to Mexico City Traffic! Da steckten wir nun, in Mitten hupender Autobusse, Pendler, Transporter, Taxis, und, und, und. Wir manövrierten uns aber recht souverän nach rund einer Stunde durch den zähen Verkehr und schafften es unbeschadet auf die Autobahn Richtung Camping.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Campingplatz in Teotihuacan und ein Dalmatiner.

Dort quartierten wir Luz für zwei Wochen ein (140 Pesos pro Tag, das sind ca. 7 Franken/Dollar), packten unsere Siebensachen und machten uns auf in Richtung Airbnb, das wir in Roma Norte, einem hippen Quartier im Zentrum von Mexico, gebucht hatten. Weiterlesen

Mexico: Pazifikküste, Berge und Schmetterlinge

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Wir wussten, dass unsere Zeit in Baja nicht ewig so weitergehen konnte. Zumindest nicht, wenn wir diese Panamericana-Reise ernsthaft irgendwann abschliessen wollten! So haben wir ziemlich spontan die Fähre aufs Mexikanische Festland gebucht. Am 11. Januar fuhren wir also nach La Paz, um die 16-stündige Überfahrt nach Mazatlan anzutreten. Wir waren ziemlich aufgeregt, denn vor uns lag viel Unbekanntes. Die Fahrt war ruhig, wir durften im Van schlafen und Gabs wurde nicht mal seekrank. Wir waren die einzigen Nicht-Truckfahrer und Nicht-Matrosen auf der TCM-Fähre, die etwas günstiger ist als Baja-Ferries, welche eher auf Touristen ausgerichtet ist mit Schlafkabinen und so weiter. In Mazatlan angekommen: Viele Menschen, viel Grün und viel Verkehr. Wir kamen uns vor wie in einem neuen Mario-Kart-Level! Weiterlesen

Neues Jahr, gleicher Ort

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Feliz año nuevo! Es ist nicht schwer zu erraten, wo wir gerade sind: nämlich immer noch am selben Ort. Seit über zwei Monaten geniessen wir nun schon El Pescadero bei Todos Santos im Süden von Baja California. Die vergangenen beiden Wochen über Weihnachten und Neujahr haben wir mit Freunden aus der Schweiz hier verbracht. Sie alle sind oder waren für längere Zeit Vanreisende und es fühlte sich sehr schön an, mit Gleichgesinnten in die Zukunft und auf das kommende Jahr 2017 zu schauen.

Seit einigen Tagen wohnen wir also wieder am Strand Los Pedritos, wo alle Camper Halt zu machen scheinen. Als wir zum ersten Mal hier waren, fanden wir vielleicht fünf andere Vans vor – mittlerweile ist es ein richtiges Vandorf geworden. Viele sind Surfer, andere reisen auch der Panamericana entlang. Auf jeden Fall ist es sehr friedlich hier. Die Buckelwale sind gerade sehr aktiv und wir sehen sie täglich aus dem Wasser hüpfen. Genauso die Rochen und lustige silberne Fischli.

Wir wissen aber, dass wir nicht ewig hierbleiben können. Und langsam kitzelt es uns auch schon wieder unter den Reifen. Das Festland ruft! Bald werden wir Luz von La Paz nach Mazatlan verschiffen und bis mindestens Mitte April den Rest von Mexiko erkunden – viel länger dürfen wir ohnehin nicht in diesem schönen Land bleiben, denn unser Touristenvisum ist „nur“ 180 Tage gültig. Wir freuen uns besonders, da in dieser Zeit einige Besuche von Daheim anstehen.

Unsere Tage am Strand verbringen wir beide hauptsächlich damit, das kommende Jahr zu besprechen und so etwas wie einen Plan zu machen. Das ist nicht ganz einfach, da wir es sehr geniessen, spontan sein zu können und wie hier in El Pescadero einfach zu bleiben, wenn es uns gefällt. Doch es gibt Dinge, für die lohnt es sich zu planen. Zum Beispiel wollen wir in diesem Jahr sicher einen oder zwei Arbeitseinsätze leisten. Ob auf Kaffeefarmen oder in Schulen oder bei Schildkrötenorganisationen steht noch offen. Vielleicht hast du ja eine gute Idee oder kennst einen Ort in Mittelamerika, den wir aufsuchen könnten?

Daneben besuchen wir nach wie vor Auslands-Liechtensteiner und interviewen diese für das Liechtensteiner Vaterland. Die ersten beiden Interviews aus den USA sind bereits publiziert (leider nur in Print). Eine schöne Art und Weise, etwas Heimatgefühl aufkommen zu lassen, unterwegs zu arbeiten und auch etwas Geld zu verdienen. Wir merken generell, dass wir ziemlich produktiv sind und viel lesen und lernen.

Gabriellas Portrait über Slab City ist übrigens mittlerweile auf One Day Portray erschienen. Ein ziemlich sonderbarer Ort, den wir im Oktober besucht haben. So besonders, dass er mehr verdiente, als nur einen Blogbeitrag. 

Es geht uns also gut! Und sobald wir wieder unterwegs sind, gibt es hier hoffentlich mehr zu lesen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Hier sind wir wieder

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Hallo alle! Schön, wieder da zu sein. Luz stand einen Monat lang auf dem Parkplatz vom Yandara Yoga Institute hier im Süden von Baja California, Mexiko. Gabs hat sich ihrem Advanced Yoga Teacher Training und dem Life-Coach-Kurs gewidmet und Sandro hat sein Demo-Album aufgenommen.

Was für ein Monat! Es war eine wunderschöne Erfahrung, Teil der Yandara-Community zu sein und wir haben es sehr genossen, an diesem fantastischen Ort wachsen zu dürfen. Die Wüste ist magisch, die Wale schwammen jeden Tag vor der Haustür vorbei und die Sterne sieht man nirgends so gut wie hier!

Es ist schwierig, alles in Worte zu fassen. Wir haben auch kein einziges Foto gemacht. Aber in den kommenden Wochen werdet ihr die Früchte sehen, die in den letzten Wochen gesät wurden.

Wir bleiben über Weihnachten und Neujahr in der Gegend und werden die Tage mit Freunden verbringen, die bald ankommen. Darauf freuen wir uns sehr! Wir fühlen uns schon ziemlich zuhause hier in Pescadero. Was für ein Ort für Leute wie uns!

Welcome to Tijuana!

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Mexico. Ob man schon da war, oder nicht, dieses Land ruft Bilder hervor. Von Kakteen, von Wüstenlandschaften, von Strohhüten, von Farben, von Tacos und Burritos und von Männern mit dichten schwarzen Schnäuzen. Guten Gewissens können wir bereits jetzt vermelden: Die Bilder in deinem Kopf sind alle wahr. Weiterlesen

Money Talk – 3 Monate USA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Dass unsere Reise in den USA beginnt, war bewusst so geplant. Denn wie man sich vorstellen kann, ist dies das teuerste Land auf diesem Roadtrip. Wir dachten: Lieber geben wir am Anfang mehr Geld aus, in günstigeren Ländern kann man hinten raus besser sparen.

Diese Zeilen schreibe ich bereits aus Mexiko, wo wir vor zwei Tagen angekommen sind. Das ist eine gute Möglichkeit, über Geld zu reden. Denn es ist auch das Thema, auf das wir am meisten angesprochen werden. Als erstes wollen wir die häufigsten Fragen klären: Weiterlesen

Outside Vanlife – Kurzbesuch in der Schweiz

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Wir wussten bereits am Anfang der Reise, dass wir Ende September nach nur 2.5 Monaten für einige Tage in die Schweiz reisen würden. Gute Freunde hatten im Frühling angekündigt zu heiraten und diese Party konnten und wollten wir uns nicht entgehen lassen. Die Vorfreude war sehr gross und wir konnten es kaum erwarten, unsere Lieben wieder in die Arme zu schliessen.

Wir haben sehr bewusst nur fünf Tage daheim verbracht, um es bei einem Besuch zu belassen und nicht das Gefühl von „heimkommen“ aufkommen zu lassen. Die Besuche waren alle gut durchgeplant, sodass wir jede/n kurz sehen konnten.

Die Schweiz zeigte sich von ihrer allerbesten Seite. Das Wetter war fantastisch. Fast so, als wollte sie uns bei sich behalten.

Und wir haben die Zeit genutzt, wie nie in unserem Leben. Wir haben jede Minute ausgekostet. Sind überall zu lange geblieben. Sind nur in einer Nacht vor 5 Uhr schlafen gegangen. Und es war jede zu wenig geschlafene Sekunde wert. Am Ende war ich erschöpft wie nie in meinem Leben. Doch so glücklich, so viele grandiose Menschen in meinem Leben zu wissen. Ich wusste nicht mehr, ob die Tränen vor Müdigkeit oder vor Traurigkeit oder vor Liebe flossen. Wahrscheinlich von allem ein bisschen.

Diese emotionalen Höhenflüge haben mich (nachdem ich den Schlaf wieder einigermassen aufgeholt hatte) extrem zum Nachdenken gebracht. Einerseits ist da dieser Drang, in die Welt zu ziehen. Andererseits kann keine Reisebekanntschaft Freunde und Familie daheim ersetzen. Es ist so viel wert, aus dem Haus gehen zu können, und spontan bei Freunden auf ein Bierli reinzuschneien. Ich habe das schon immer sehr geschätzt. Doch jetzt, aus der Ferne betrachtet, ist das ein wahnsinniges Privileg. Auch dass die Familie nur eine Stunde entfernt wohnt: Das ist für uns jetzt ein kleiner Katzensprung.

Mir war in den ersten Wochen aufgefallen, dass viele Freunde wohl Skrupel hatten, sich zu melden. Hauptsächlich weil sie dachten, ich hätte auf der Reise „Besseres“ zu tun. Ich bin froh, dass ich nochmal in der Schweiz war, um ihnen zu sagen: „Ich hatte noch nie so viel Zeit für euch, als jetzt!“ Auch wenn ich weit weg bin. Ich will am Leben meiner Liebsten teilhaben. Und ich will, dass sie an meinem Leben teilhaben. Und da ist sehr viel mehr los, als es auf diesem Blog zu sehen ist.

Manchmal schmerzt es, wenn ich darüber nachdenke, dass mein Gottabub schon im Kindergarten ist, wenn ich zurückkomme. Oder dass das noch ungeborene Baby von Freunden dann schon laufen kann. Oder dass meine Oma fast 90 sein wird. Oder dass ich nicht einfach auf ein Bier reinschneien kann zu jemandem, der mich wirklich kennt, und dem ich nicht zuerst erklären muss, was Liechtenstein ist.

Doch das Gefühl, das dann einsetzt, ist viel wichtiger: Dankbarkeit. Ich kann mich so glücklich schätzen, ein Umfeld zu haben, das ich ehrlich vermisse. Ich muss vor nichts davon rennen. Und ich fühle mich sicher in meiner Abwesenheit und weiss, dass alle immer da sind. Das gibt mir viel Energie und Bodenhaftung für diese Reise.

Wir schlafen nachts alle unter demselben Mond. Das ist eine wunderschöne Vorstellung.

Inside Vanlife – Luz von innen

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Viele fragen, wie Luz eigentlich wirklich von innen aussieht. Wir haben mal das schöne Morgenlicht nach einer Nacht an einer Seitenstrasse genutzt, und sein Innenleben fotografiert.

Wir haben ihn übrigens so gekauft, nicht selbst ausgebaut oder so. Unsere Vorgänger waren mit ihm bereits in Südamerika und haben ihn für diese Reise so ausbauen lassen. Und je länger wir unterwegs sind, desto mehr merken wir, wie fantastisch dieser Van für eine Reise wie unsere ist. Weiterlesen

Waldbrand in Big Sur

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Ende Juli hatte uns jemand erzählt, dass in Big Sur ein schrecklicher Waldbrand wütet. Ich (Gabs) war schon einmal da und es ist einer der Orte, auf die ich mich am meisten auf dieser Reise gefreut hatte. In der Zwischenzeit hatten wir die Sache schon wieder vergessen, keine News gecheckt und unseren Aufenthalt hier sowieso kein Stück weit geplant. Wir fuhren, spontan wie meistens, in südliche Richtung aus Santa Cruz, als wir heute morgen eine Art Nebel sahen, der nicht wie Nebel aussah. Es war Rauch. Weiterlesen