Kategorie: Preparation

«Schnell uf es Kafi»

Ortsunabhängige Selbstständigkeit hat viele Vorteile, jedoch auch einen grossen Nachteil. Unsere grösste Herausforderung ist der Kafi, auf den wir nicht sponti können.

Unsere Kunden finden uns via Social Media oder weil sie uns persönlich kennen. Mindestens genauso oft aber gehen wir auf potenzielle Kunden zu und offerieren unsere Dienste. Auf unserer Website ist klar ausgeschildert, dass wir von unterwegs aus arbeiten. Momentan bedeutet das: aus unserem VW-Bus in Ecuador. Für uns ist das kein Problem. Internet gibt es mittlerweile überall, lokale SIM-Karten auch, und die Inspiration, die wir von unseren ständig wechselnden Arbeitsplätzen mitnehmen, ist unbezahlbar.

Nun liest natürlich nicht jede*r jeden Satz auf der Website und so passiert es, dass wir immer mal wieder auf einen Kaffee eingeladen werden – kurz uf es Kafi! Das ist in unserem Fall natürlich nicht ganz so einfach. Und doch sagt es so viel über unsere lieben Heimatländer (Schweiz und Liechtenstein) aus. Der Blick in die Augen, ein paar halbgute Witze verteilen, locker über die Arbeit plaudern, und schon weiss man, ob man mit einer Person arbeiten will oder nicht. Es geht gar nicht so sehr darum, was die Person kann, sondern vielmehr darum, wer und wie sie ist. Wie sie sich anfühlt.

Das ist selbstverständlich eine schöne Sache. Auch wir haben lieber mit echten Menschen zu tun als mit einem Bildschirm oder einem Telefonhörer. Und doch hinkt die Schweiz in Sachen ortsunabhängigem Arbeiten noch ziemlich weit hinter Ländern wie Deutschland oder den USA her. In Deutschland verlangt niemand von einem Freelancer in München, mal schnell für einen Kaffee nach Berlin zu fahren. Aber von Bern nach Zürich ist das natürlich wunderbar möglich – ich war eh gerade in der Nähe! In der Schweiz ist man fast überall in der Nähe.

Nun, wie lösen wir das? Wir versuchen, den Kontakt auch ohne Kafi so persönlich wie möglich zu gestalten. Wir telefonieren oder skypen lieber einmal mehr als zu wenig. Zudem ist unsere Landesabwesenheit nicht ausschliesslich Nachteil. Unsere Kunden schätzen unsere Weit- und Weltsicht und arbeiten genau deshalb mit uns zusammen. Wir schreiben nicht von Dingen, von denen wir nur gehört haben – wir haben sie selbst erlebt.

Und doch fragen wir uns manchmal, was wohl alles möglich wäre, wenn wir daheim wären – und all die Kaffees tränken. Würde das Geschäft besser laufen? Würden die Kunden weniger zögern, uns zu engagieren? Wir wissen es nicht. Aber die optimalste Lösung wäre es wohl, einige Wochen oder Monate im Jahr vor Ort in der Schweiz zu sein um die Menschen zu treffen. Sobald dieser Erstkontakt hergestellt ist, ist auch das Vertrauen da, wenn wir wieder davonfahren.

Auf der anderen Seite müssen wir auch bekennen: Es geht uns ziemlich gut. Beklagen tun wir uns auf keinen Fall, im Gegenteil. Wir haben die Freiheit, uns diese Fragen stellen zu können, weil es uns bis jetzt sehr gut gelingt, on the road selbstständig und ortsunabhängig zu arbeiten. Dafür sind wir dankbar. Und freuen uns trotzdem, unsere Kunden im kommenden Jahr dann persönlich in der Schweiz zu treffen – aber dann lieber auf ein Bier!

Unsere kleine Kommunikationsagentur mit grossem Herzen für Storytelling, Enkeltauglichkeit und Reisen heisst Büro Luz

Wifi gibt es auch hier: Kolumbien.

Wie viel Geld braucht ihr?

Die haben doch bestimmt reiche Eltern, sonst kann man sich sowas gar nicht leisten! Was wurde uns nicht schon alles nachgesagt. Gleichzeitig erhalten wir via Social Media oft die Frage: Wie viel kostet das eigentlich, so zu reisen wie ihr?

Die Antwort auf diese Frage lautet je nach Person, die man fragt, anders. Auf der Panamericana sind die Lebensentwürfe genauso unterschiedlich wie in jeder Stadt der Welt. Da gibt es Rentner, die sich ein 100’000-Franken-Wohnmobil auf LKW-Basis massschneidern lassen und mitsamt Waschmaschine jahrelang und sehr komfortabel reisen. Da gibt es Hippies, meist Argentinier, die mit irgendeinem Gefährt, das sie im Hinterhof des Onkels fanden, unterwegs sind und dabei Kunsthandwerk verkaufen. In Antigua, Guatemala, trafen wir ein Paar, das gemeinsam mit den zwei Katzen in einem 2CV umherreiste.  Dazwischen findet sich alles andere – und wir. Zwei normale Menschen mit einem alten aber sehr fahrtüchtigen und praktischen Camper, die lange auf diesen Traum der Langzeitreise gespart haben und nun von unterwegs aus arbeiten.

Auch wir fragten uns anfangs, wie viel Geld wir wohl monatlich wohl brauchen würden. Wir schrieben also einige Menschen an und erkundigten uns nach ihrem Budget. Viele wichen der Frage aus und verwiesen auf die ganzen Variablen wie: Benzinverbrauch des Autos, Verschiffungskosten (die nach Volumen des Fahrzeugs verrechnet werden), eigene Vorlieben, Wildcamping oder Campingplatz, Reiseroute, und so weiter.

Heute, nach bald zwei Jahren können wir mit gutem Gewissen sagen: Mit 2000 Franken im Monat ist man dabei, inklusive allem. Das heisst, wenn man ungefähr unterwegs ist wie wir. Wir kochen oft selbst, kaufen eigentlich nur auf dem Markt ein, unser Camper ist vergleichsweise klein, wir campen ab und zu wild, versichert sind wir durch eine internationale Krankenversicherung (das heisst, wir sind abgemeldet in der Schweiz) und wir reisen recht langsam. Wir gehen auch regelmässig zum Mechaniker, essen bewusst gut auswärts und sind insgesamt nicht knausrig oder immer auf den günstigsten Preis aus. Am Ende ist es immer die Balance, die es ausmacht.

In Lateinamerika haben wir es uns zur Gewohnheit gemacht, je nach Land nicht mehr als 20 – 30 Franken täglich auszugeben. Dazu gehört Essen, Einkäufe, Übernachten und die kleinen Dinge wie Maut, Grenzgebühren oder Kaffee. So behalten wir unsere täglichen Ausgaben mehr oder weniger im Griff. Dazu kommen grössere Ausgaben wie Benzin, Mechaniker, Versicherungen aller Art, Verschiffungen, Ausflüge. In den USA waren unsere Ausgaben natürlich viel höher. Aber da wir in Lateinamerika oft keine 2000 Franken pro Monat brauchen, gleicht sich das auf die Länge der Reise in etwa aus.

Brad und Sheena van Orden sind ein Paar aus den USA, das seine Ausgaben während der dreijährigen Weltreise im VW-Bus akribisch notiert hat. Auf ihrer Website drivenachodrive.com teilen sie alle Tabellen dazu. Sie verschifften ihren Bus mehrere Male von Kontinent zu Kontinent und reisten nicht nur durch Länder mit günstigen Lebenskosten. Ihre Reise kostete monatlich im Schnitt 3000 Franken, was überraschend wenig ist für die unglaubliche Strecke, die sie mitsamt Verschiffungen und Motorschaden hinter sich gebracht haben. Wer auf einem oder zwei Kontinenten bleibt, ist mit 2000 Franken monatlich sehr gut bedient.

Fahren mit 2000 monatlich gut und fröhlich in der Weltgeschichte herum: die Vanabundos.

Galapagos günstig auf eigene Faust bereisen

Galapagos. Da kommen einem zuerst Riesenschildkröten in den Sinn – und dann ziemlich schnell die Tatsache, dass die Inseln ohnehin nur im Cruise-Schiff zu bereisen sind. Für fünf Tage zahlt man da schnell mal 3000 Franken pro Person. Geld, das wir nicht haben. Geld, von dem wir auf dem Festland monatelang leben können. Doch je näher Ecuador kam, desto klarer wurde uns, dass die Inseln durchaus individuell erlebbar sind. Steigt man in einem Hostel in Quito ab, berichten die meisten Backpacker mit sonnenverbrannten Nasen und leuchtenden Augen von ihren Erfahrungen auf den Vulkaninseln.

So begannen wir, uns im Internet schlau zu machen. Und durchaus: es gibt viele bezahlbare Unterkünfte und Hostels auf den grossen Galapagosinseln. Flüge gibt es ab Quito oder Guayaquil für etwa 250 Dollar hin und zurück (vom Festland werden nur die Inseln Santa Cruz und San Cristobal angeflogen), wenn man klug und früh genug bucht. Wir waren etwas spontan und haben nur ein paar Tage vorher gebucht. Wir entschieden uns für einen Gabelflug: hin nach Santa Cruz und zurück von San Cristobal. Damit erspart man sich die zwei- bis dreistündige Bootsfahrt, die ziemlich ungemütlich ist und viele Menschen seekrank macht (so auch mich).

Wir reisten also nach Santa Cruz, deren Hafenort überraschend gross ist und verbrachten drei Nächte dort. Dann mit dem Boot nach Isabela für weitere drei Nächte. Ein kleiner Geheimtipp: Von Isabela aus hätten wir zwei der üblen Bootsfahrten nach San Cristobal nehmen müssen. Diese kosten pro Fahrt 30 Dollar und es hätte den ganzen Tag gedauert. Durch einen Zufall hörten wir aber von Direktflügen im Mini-Flugzeug, welche für Touristen je nach Verhandlung zwischen 120 und 170 Dollar kosten. Die Aussicht auf einen Flug im Neunplätzer und die Inseln von oben zu sehen, machte unsere Entscheidung einfach. Ich durfte sogar auf dem Co-Pilotensitz Platz nehmen. Das waren magische 45 Minuten. Und so verbrachten wir drei weitere Nächte in San Cristobal, bis es dann zurück nach Quito ging. Alle Unterkünfte, die wir besuchten, kosteten um die 20 Dollar pro Person. Teilweise haben sie auch offene Küchen – so kann man sich das Essen ab und zu selber zubereiten, wenn man Geld sparen will. Auswärts essen ist im Vergleich mit dem Festland ziemlich teuer, aber wenn man nicht wählerisch ist, findet man in lokalen Restaurants Almuerzos und Menus für 5 Dollar.

Ist man erst einmal auf Galapagos, gibt es unzählige Dinge zu tun. Einerseits kann man vieles auf eigene Faust und zu Fuss oder mit dem Wassertaxi erkunden: Strände wie aus dem Bilderbuch, mit Seehunden und anderen Tierchen schnorcheln, Wanderungen, Riesenschildkröten, Iguanas beobachten, Informationszentren besuchen. Auf der anderen Seite finden sich alle drei Meter Agenturen, die Touren aller Art anbieten. Wir haben zwei grössere Bootstouren gemacht: die Tuneles-Tour auf Isabela und die 360°-Tour auf San Cristobal. Beide hatten alles Nötige inbegriffen, dauerten fast den ganzen Tag und kosteten um die 120 Dollar pro Person. Auf den ersten Blick viel Geld, aber meine Güte, hat sich das gelohnt! Wir sahen unglaubliche Landschaften, erkundeten einsame Traumstrände und schnorchelten uns ins Wildlife-Delirium. Hätten wir die Hände ausgestreckt, hätten wir zwei Meter lange Haie und 1.80 Meter grosse Wasserschildkröten berühren können. Vom Boot aus sahen wir riesige Mantarochen und Delfine. Wir hatten so viele unglaubliche Begegnungen, dass ich wohl nie mehr in einen Zoo gehen kann.

Generell muss das Portemonnaie schon recht locker sitzen auf Galapagos. Der Eintritt in den Park kostet für alle 100 Dollar, dann auf jeder Insel noch einmal zehn und das Wassertaxi, das einen zum grossen Boot bringt, kostet auch immer ein paar Cents. Aber besser man regt sich nicht auf und geniesst die Tatsache, dass man gerade Mitten im Pazifik auf ein paar einzigartigen Vulkaninseln sitzt. Der grosse Vorteil, den wir gegenüber einem Cruise sehen (neben dem finanziellen): Man ist selbstständig und muss nicht einem vorgegebenen Programm folgen. Ausserdem waren wir so zehn Tage auf Galapagos, doppelt so lange wie der Durchschnittscruise.  

Was wir gemacht haben:

Santa Cruz, Puerto Ayora
Las Grietas (gratis)
Darwin Research Center (gratis)
Tortuga Bay  (gratis)
Lavatunnel (gratis)
El Chato Schildkrötenreservat (fast gratis)
Puerto Ayora erkunden (gratis)

Isabela, Puerto Villamil
Tour zu den Tuneles
Concha de Perla (gratis)
Laguna Salinas (gratis)

San Cristobal, Puerto Baquerizo
360°-Tour inkl. Kicker Rock
Galapaguera (gratis)
La Loberia (gratis)
Playa Mann (gratis)
Puerto Chino (gratis)
El Ceibo Treehouse (fast gratis)
Beobachten von und schwimmen mit Seehunden überall (gratis)

 

Dieser Beitrag erschien auch auf 20minuten.ch. 

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Co-Pilotin, halbängstlich, halbaufgeregt: Gabs.

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Wasser wie aus dem Film: Galapagos.

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Grösser und paarungsfreudiger als gedacht: Galapagos-Schildkröten.

Jetzt sind sie auch noch vegan!

Als erstes möchte ich klarstellen, dass mir natürlich bewusst ist, wie gross die Projektionsfläche ist, die ich mit diesem Text aufstelle. Zwei Menschen in einem alten VW-Bus, bereits über 20 Monate unterwegs, sie ab und zu Yogalehrerin, er Musiker – und zu allem Überfluss leben sie jetzt auch noch vegan. Was noch schlimmer ist: Jetzt will sie uns ihre extreme Lebensweise wahrscheinlich auch noch aufbinden. Keine Angst! Das will ich nicht. Ich werde versuchen, so neutral wie möglich über unsere Erfahrungen zu sprechen, die natürlich nie neutral sein können, weil es sich ja um mein Leben handelt. Doch meine Absichten sind keine bösen.

Veganismus. Das Wort klang auch für uns noch sehr extrem und fremd. Das, obwohl ich Vegetarierin bin, seit ich selbst entscheiden darf, was ich zu mir nehme. Sandro hat sich bis vor einem Jahr noch die Cervelat nach Mexiko mitbringen lassen. Was in der Zwischenzeit passiert ist, lässt sich wohl am besten beschreiben mit: schrittweiser, ungewollter Entwöhnung.

Lieber kein Käse

Sandros Fleischkonsum hatte sich bereits auf ein seltenes Minimum reduziert. Und spätestens in Guatemala, wo das Fleisch am Stück in einem Holzhäuschen hängt und die Fliegen mit dem Palmblatt weggewedelt werden, war es um den guten Mann geschehen – auf die schlechte Art und Weise.

Ihnen muss ich ja nicht erklären, dass der Käse ausserhalb der Schweiz nicht zu gebrauchen ist. Da kauft man lieber gar keinen. Das ist es, was wir taten. Wozu zu viel Geld für einen Käse ausgeben, der ohnehin nach nichts schmeckt? Und wo der fehlende Käse anfangs noch ein klaffendes Loch in unserer Geschmackserinnerung hinterlassen hatte, war bald keines mehr.

Da blieben noch die Eier. Supermärkte meiden wir, so gut es geht, um die lokale Bevölkerung zu unterstützen. Das Problem war dann irgendwann, dass die lokale Bevölkerung ihre Eier nur in 24er-Kartons kauft. Etwas zu viel für uns.

Pommes und Salat

Natürlich, neben all diesen praktischen Gründen, die zu unserer neuen Ernährungsweise führten, gab es parallel auch andere: Gedanken, die wir uns machten, zum Beispiel. Und Informationen, die wir uns miteinverleibten. Die Tatsache, dass wir uns besser fühlen. Ist ein Klischee, stimmt aber zu 100 %.

Schwierig ist es übrigens überhaupt nicht. Wir essen ohnehin recht simpel und frisch. Und auswärts haben wir noch immer irgendetwas gefunden. Ich kenne ja das Vegi-Notfall-Menü Pommes und Salat schon sehr gut, das funktioniert auch als Veganer. Auch die lokalen Spezialitäten lassen sich oft in veganen Versionen finden, wenn man sich die Zeit nimmt. Die haben wir ja glücklicherweise. Es gibt auch eine super App, mit der man vegetarische und vegan-freundliche Restaurants auf der ganzen Welt findet.

Und das als Argentinierin

Was noch lustig ist: jedes Land bisher brüstet sich damit, extrem viel Fleisch zu essen. Und dass es quasi unmöglich sei, als Veganer zu überleben. Doch wir fanden bereits in den kleinsten Dörfern und Vororten von grossen Städten vegane Restaurants. Gerade hier in Kolumbien ist es eine wahre Freude. In der Altstadt Cartagenas zum Beispiel kocht eine Handvoll Grossmütter bereits seit über 15 Jahren vegan-vegetarisch. In den meisten Städten haben sich irgendwo die Hare Krishna niedergelassen und kochen fantastische vegane Mittagsmenüs. In kleineren Orten sind es kleine lokale Familienrestaurants, in denen gesund gekocht wird – was hier so viel heisst wie Vegi-Zeug.  

Übrigens: Ich wuchs in einer argentinischen Familie auf. Wenn ich krank war und mit meiner Mama telefonierte, meinte sie immer: Iss doch bloss ein kleines Stückchen Fleisch, das wird dir gut tun! Als ich Vegi wurde, nahmen sie mich nicht sehr ernst. Wenn die gewusst hätten, was noch auf sie zukommt!

Essen als Veganer mengenmässig viermal so viel und kochen zwölfmal besser als vorher: die Vanabundos.

Essen als Veganer mengenmässig viermal so viel und kochen zwölfmal besser als vorher: die Vanabundos.

Eine analoge Überraschung

Nachdem uns in Mexico die Kameratasche aus dem Van geklaut wurde, blieb uns genau ein analoger Film übrig. Wir wussten nicht, was drauf war, und fuhren ihn fröhlich durch ganz Mittelamerika. Unser Besuch in der Schweiz ermöglichte es uns dann endlich, den Film entwickeln zu lassen. Und oh wie schön: Fotos von unseren ersten Wochen unterwegs rund um Seattle mit unseren Freunden Noëlle und Andi sind drauf und viele vom Burning Man Festival.

Hier alle Fotos, auf denen etwas zu erkennen ist bzw. keine Nippel gezeigt werden – wir schreiben das Jahr 2016:

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Das kommt Sandro Spanisch vor

Die Geschichte geht so: Sandros Vater ist spanischer Herkunft, aber Sandro hat nie wirklich Spanisch sprechen gelernt. Höchste Zeit also, diese Lücke auf der Reise zu schliessen – zumal wir uns praktisch nur in spanischsprachigen Ländern bewegen. Und was bietet sich hier am besten an? Einfach darauf lossprechen und schauen, was passiert. Durch Sandros passiven Wortschatz und Gespür für Sprachen ging das in diesem letzten Jahr on the road ganz passabel, und seine Skills haben sich seit Mexico schon merklich verbessert. Trotzdem kam es dann und wann immer wieder zu lustigen Momenten, wenn es halt mal nicht so mit dem Spanisch klappen wollte. Ein paar lustige Szenen wollen wir dir nicht vorenthalten:

Sandro am Bankschalter:

An einem Bankschalter in Cartagena, beim Begleichen einiger Rechnungen für die Hafengebühren, ging Sandro schnurstracks zum Schalter und erklärte der Dame Folgendes: Quisiera pagar mis fracturas – zu Deutsch: ich möchte gerne meine Knochenbrüche bezahlen. Er hatte fracturas mit facturas verwechselt.

Sandro beim Aufladen der Prepaid-Karte fürs Handy:

Auch hier war wieder ein unschuldiges r Schuld. Cargar heisst aufladen, cagar hingegen heisst kacken. Hola, quiero cagar mi movil – Ich würde gerne mein Handy scheissen.

Sandro im Restaurant:

Ruf dem Kellner Schrimp zu und schaue, was passiert. Oder: der feine Unterschied in der Aussprache zwischen camarero (Kellner) und camaron (Schrimp) – buen provecho!

Nach einem Jahr lustiger Anekdoten war es nun an der Zeit, Sandros Spanisch auf ein nächstes Level zu hieven – quasi weg von der Strasse. Wir machten zwei Wochen lang Halt in Medellin und Sandro besuchte zwei Wochen lang jeweils nachmittags das Centro Catalina, die dortige Partnerschule von Boa Lingua. Die vier Stunden Privatunterricht pro Tag haben sich gelohnt: Er konnte viele Unsicherheiten aus dem Weg räumen und die ein oder andere Baustelle in der Grammatik (Stichwort Subjuntivo) schliessen. Es gefiel ihm so gut, am liebsten wäre er länger geblieben.

Aber leider müssen wir weiter, nämlich in Richtung Schweiz, zumindest über Weihnachten.

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In Zusammenarbeit mit Boa Lingua.

24/7 zusammen – wie hält man das als Paar aus?

Wenn wir Freunde zu Besuch haben oder wenn ich mit einer Freundin telefoniere, kommt diese eine Frage immer mal wieder: Wie haltet ihr das aus, ständig zusammen zu sein? Ist es nicht viel zu eng in eurem Bus? Habt ihr überhaupt noch etwas zu besprechen?

So lange miteinander unterwegs zu sein klingt tatsächlich sehr viel schlimmer, als es ist. Ja, wir haben jeden einzelnen Tag und fast jede Nacht (ausser als meine Schwester zu Besuch war – da haben wir Frauen im Bus und Sandro im Zelt geschlafen) zusammen verbracht. Und nein, wir streiten nicht ständig. Hier kommen unsere Erkenntnisse in Sachen Paarbeziehung und Langzeitreise.

  • Wir reden so viel miteinander wie nie. Einerseits, weil Kommunikation extrem wichtig ist. Andererseits, weil wir Dinge erleben, die im Gespräch viel besser verarbeitbar sind. Beim Fahren hören wir zwar oft Podcasts, aber die meiste Zeit verbringen wir in Unterhaltung über Pläne, Erlebtes und Dinge, die wir sehen. Wir staunen zusammen.
  • Die Gefahr, als Paar zu einer einheitlichen Masse zu verschwimmen, ist natürlich gross. Umso wichtiger ist es, dass jeder sein eigenes Leben lebt. Also beispielsweise eigene Telefonate mit Daheim führt und nicht immer zu Zweit. Sandro zieht sich fast täglich zurück, um Gitarre zu spielen oder zu joggen.
  • Alle denken, wir stehen uns im Bus auf den Füssen herum. Tatsächlich verbringen wir vergleichsweise sehr wenig Zeit im Bus. Campen heisst in erster Linie, Zeit im Freien zu verbringen. Und dort läuft man eigentlich nie Gefahr, sich eingeengt zu fühlen.
  • Die meisten kennen das aus Beziehungen: Man streitet, Türen werden geknallt, einer schläft auf dem Sofa. Das Türenschlagen ist für uns leider nur begrenzt möglich bei der schlecht geölten Schiebetür. Und ein Sofa haben wir auch keins. Wir sind also sozusagen gezwungen, uns vor dem Schlafengehen zu versöhnen. Und wenn wir das mal nicht geschafft haben, schweigen wir uns eben nebeneinanderliegend an. Was meist ohnehin so lächerlich ist, dass wir uns doch noch versöhnen.
  • Über die kleinen Dinge streiten wir eigentlich nicht mehr. Wir haben beide unsere Rollen, in die der andere nicht reinredet. Sandro schaut, dass wir immer Bargeld dabei haben, regelt Besuche beim Mechaniker, plant Routen, macht morgens Kaffee. Ich halte die Vorräte voll, lese alles Wissenswerte über das Reiseland, aktualisiere Podcasts und schreibe Texte wie diesen hier. Alles, was wir gemeinsam machen, besprechen wir.
  • Wir haben das Glück, ein ziemlich ähnlicher Schlag von Mensch zu sein. Wir mögen die meisten Sachen, die der andere mag und haben vergleichbare Routinen. Auch streiten wir beide nicht gerne. Nichtsdestotrotz ist es natürlich eine Ausnahmesituation, als Paar so unterwegs zu sein. Wir haben schon viele Paare im Streit erlebt, die so unterwegs sind wie wir. Da fliegen die Fetzen quasi aus der Wohnwagentüre auf den Campingplatz und alles, was einem als Nachbar bleibt, ist, im richtigen Moment mit einem kühlen Bier bereitzustehen. Wir sitzen alle im selben Boot.

Eigentlich ist es wie überall im Leben. Wer seine Erwartungshaltungen im Griff hat und sich selbst gut genug kennt, um nicht alles am Partner auszulassen, wird es auch auf der Langzeitreise wunderbar gemeinsam deichseln. Schlussendlich ist es ein Geschenk, mit dem Lieblingsmenschen so viel Zeit verbringen zu dürfen. Wenn ich daran denke, wie oft wir aneinander vorbeigelebt haben, als wir beide noch Vollzeit arbeiteten – bin ich jetzt durchaus dankbar, diese Erlebnisse gemeinsam zu machen.

Seit einem Monat befinden wir uns nun in Kolumbien, dem wohl schönsten Land bisher für Überlandreisende. Hier bleiben wir bis 2018. Und dazwischen geht es auf einen Weihnachtsbesuch in die Schweiz. Auf den Winter freuen wir uns nicht wirklich, dafür umso mehr auf unsere Liebsten!

Dieser Text erschien zuerst in 20 Minuten.

 

8 Tipps zum Wild- und Urban-Camping

Du hast einen Camper, aber kein Geld? So übernachtest du gratis in der Stadt und auf dem Land.

Dieser Text erschien zuerst auf redbull.com

Frag einfach

Klingt offensichtlich, muss man aber erst mal machen! Wenn dir ein Fleckchen Erde für eine oder zwei Nächte zusagt, kannst du dich nach dem Besitzer umsehen. Wenn du offen und nett auf ihn zugehst, ist es meist kein Problem – egal wo auf der Welt. Vorteil: Sicherheit. Anwohner fragen ist auch eine gute Möglichkeit, um abzuchecken, ob ein angepeilter Ort sicher ist.

Ressourcen anzapfen

iOverlander und freecampsites.net sind zwei gute Apps bzw. Websites, in die Camper aus aller Welt gute Wildcampingplätze eintragen.

Genau hinschauen

Camping in der Stadt kann zunächst etwas angsteinflössend sein. Aber wenn du dich mal daran gewöhnt hast und gut schläfst, ist es ziemlich cool. Du hast dir also einen tollen Strassenparkplatz in einer Stadt gewählt und planst, dein Haus auf Rädern nach Einbruch der Dunkelheit aufzusuchen und darin zu schlafen. Sieh dich zuerst nochmal um: Stehst du auch nicht unter einer Strassenlampe? Die sind nämlich zu vermeiden, wenn du nicht im Spotlight stehen willst (um nicht erkannt zu werden, aber auch, um überhaupt schlafen zu können). Wenn du keine Toilette im Camper hast, dann halte schon einmal nach einem Café oder so Ausschau, das du dann am Morgen aufsuchen kannst.

Rein mit allem

Es gibt (fast) nichts Schlimmeres, als im Van zu liegen und nicht schlafen zu können, weil man Angst hat, dass die Velos oder die Surfbretter, die aussen angemacht sind, geklaut werden können. Tatsache ist: Es ist eine berechtigte Angst. Stelle deshalb sicher, dass dein Zeug wirklich sicher befestigt ist, oder finde eine andere Lösung und lege die Bretter zum Beispiel jeweils über Nacht hinein. Du wirst viel ruhiger schlafen.

Cockpit offen lassen

Wenn du einen Van hast, dann finde eine Möglichkeit, einen Sichtschutz zwischen Cockpit und Wohnraum zu installieren. Wenn du dann noch die Fenstervorhänge zumachst und das Licht ausschaltest, wird niemand vermuten, dass hinten jemand drinliegt.

Obacht bei Hitze

Wenn es in der Nacht zu heiss ist, um Fenster und Türen zu schliessen, ist es meist sinnvoller, sich einen sicheren Übernachtungsplatz zu organisieren. Denn wenn es zu heiss zum schlafen ist, die Löcher aber aus Sicherheitsgründen zu bleiben müssen, macht es wirklich keinen Spass mehr.

Auf Achse bleiben

So wunderbar ein Übernachtungsplatz auch ist: Bewege dich immer mal wieder weiter. Vor allem in Städten. Anwohnern fällt gut und gerne auf, wenn da seit zwei Nächten ein Van vor ihrem Haus steht. Besser regelmässig wieder die Strasse oder Nachbarschaft wechseln, wenn man in einer Stadt ist. Das erhöht auch die Sicherheit.

Halte Ausschau

Sei aufmerksam, wo du andere Camper ausserhalb von öffentlichen Campingplätzen siehst. In den USA beispielsweise übernachten viele Reisende auf Walmart-Parkplätzen, wo sie fast im ganzen Land geduldet werden. In Lateinamerika sind Tankstellen mit Nachtparkplätzen für LKW-Fahrer eine gute Möglichkeit.

Du findest diese Tipps nützlich, hast aber noch einige offene Fragen? In unserem eBook beantworten wir die 100 häufigsten Fragen zu uns, der Reise und unserem Van! Lies hier alle 100 Fragen, die beantwortet werden. Das eBook ist spendenbasiert zu haben.

Wildcamping in Costa Rica.

Wildcamping in Costa Rica.

Pannen auf dem Weg nach Südamerika

Nicht, dass wir uns nicht schon daran gewöhnt hätten, mit Verspätungen, langsamen Prozessen und Unerwartetem umzugehen. Nach über 14 Monaten unterwegs bringt uns nichts mehr so schnell aus der Ruhe. Denn am Ende hat noch alles irgendwie funktioniert.

In Panama verbrachten wir die Zeit vor der Verschiffung nach Kolumbien hauptsächlich an der Pazifikküste. Las Lajas ist der längste Strand Zentralamerikas: 20 Kilometer nur Palmen und Sand, quasi unbewohnt. Wir stellten uns vor das einzige Hostel weit und breit und erholten uns von Strassenlärm und zu vielen Menschen. Friedlich. Bis auf die eine Nacht, in der wir um 2 Uhr morgens geweckt wurden, weil in Mexiko ein Erdbeben einen potenziellen Tsunami ausgelöst haben könnte. Glücklicherweise war die Hostelbar noch offen: Wir schnappten uns ein Bier und verfolgten die Nachrichten. Um uns hatten wir keine Angst, aber wir hatten wirklich keine Lust, dass eine etwas höhere Welle unseren Bus überschwemmt. Einige Stunden später wurde die Warnung aufgehoben und wir gingen bei Sonnenaufgang wieder schlafen.

In Panama City starteten wir sofort mit dem Papierkram um die Verschiffung. Als erstes stand ein Besuch bei der Polizei zur Inspektion an. Wartezeit: 90 Minuten. Inspektionszeit: vier Sekunden. Wir befuhren den Puente de los Americas; die Brücke, die Nord- mit Südamerika verbindet. Wir besuchten den Panama-Kanal und stellten aufgeregt fest, dass unser Büssli ja schon einmal hier gewesen war, bei der Verschiffung von Europa an die US-Westküste vor über einem Jahr.

Colon liegt etwa 60 Kilometer entfernt von der Hauptstadt und ist Hauptumschlagsplatz für Container und Frachten aller Art. Da unser Auto nicht in einen normalen Container passt, haben wir uns entschieden ihn via Roll-on-Roll-off zu verschiffen. Das heisst, man stellt das Auto in den Hafen, er wird auf den Frachter gefahren und dann wieder runter. Das Problem: Die Schlüssel stecken während der mindestens drei Tage in den Häfen am Auto – jeder kann ihn betreten. Zu diesem Zweck hatten wir uns noch in Las Lajas von einem netten pensionierten Holländer namens Rudi eine provisorische Trennwand hinters Cockpit bauen lassen. Die Türen hinten wurden mit Vorhängeschlössern versehen.

Wir holten Dokumente und Stempel bei vier verschiedenen Stationen am Hafen ab. Am Ende wurde der Wagen noch von einem Drogenhund und einem Inspektor durchsucht. Bei dieser Gelegenheit entdeckte der Mann einen Federhut, den wir noch von unserem letztjährigen Besuch am Burning Man Festival herumfuhren. Es un pollo? Ist das ein Huhn? Er klang nicht einmal überrascht. Dieser Inspektor hatte wohl schon einiges in seinem Leben gesehen, da kam ihm ein Huhn im Schrank nicht völlig absurd vor.

Den Flieger von Panama City nach Cartagena verpassten wir. Einen Tag vorher hatte es einen Stromausfall am Flughafen von Panama City gegeben, darum warteten jetzt doppelt so viele auf ihre Weiterreise. Dazu kamen all die Leute, deren Flugzeug nach Mexiko nicht abhob, da es abermals ein Erdbeben gegeben hatte. Wir warteten geduldig in unserer Schlange, wohl etwas zu geduldig. Am Check-in-Schalter angekommen, war unser Flug bereits beim Boarden. Wir hatten allerdings grosses Glück und bekamen noch die letzten beiden Sitze für den Abendflug. Zehn Stunden am Flughafen von Panama City: Nicht gerade ein Wunschtraum, aber es gibt Schlimmeres.

Nun sind wir schon eine Woche in Cartagena. Das Schiff hatte wegen der Hurricanes in der Karibik Verspätung, darum erreichte unser Bus Kolumbien erst gestern. Wir hoffen, ihn übermorgen (mitsamt Inhalt) abholen zu können. Kostenpunkt: um die 1300 Dollar, exklusive Flüge und Hotel. Und dann: Wartet ein neuer, riesiger Kontinent auf uns!

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Am Flughafen in Panama City. 

Selbstständig machen auf Reisen

14 Monate werden wir bereits unterwegs sein, wenn unser Bus Ende September auf einen riesigen Tanker gefahren und von Panama City nach Cartagena in Kolumbien verfrachtet wird. Der Preis für diesen einen Tag auf See wird demjenigen von Europa in die USA (vier Wochen) ziemlich nahe kommen. Eine Investition, sozusagen. In unsere Reise, die sich ab dann auf dem Südamerikanischen Kontinent abspielen wird.

Nach all den Grenzübergängen in ziemlich knapper Zeit und eher kurzen Routen in Mittelamerika, freuen wir uns auf Weite und Aufenthaltsdauern von 90 Tagen pro Land. Doch um ehrlich zu sein: Wir verspüren gerade keine grosse Lust auf das Abenteuer Verschiffung. Der Aufwand, das Geld, Behörden – all das wegen eines klitzekleinen, unbefahrbaren Abschnitts zwischen Panama und Kolumbien von 110 Kilometern, der sich Darien Gap nennt.

Es hat wohl damit zu tun, dass wir gerade einen sehr schönen Reise-Rhythmus gefunden haben. Wir sind vergleichsweise langsam unterwegs, bleiben oft eine Woche am selben Ort, lesen und lernen viel. Dazu arbeiten wir seit einigen Monaten von unterwegs – da wir nun, anstatt der geplanten eineinhalb Jahre, mindestens zweieinhalb Jahre bis Argentinien unterwegs sein werden.

Die Frage nach der Finanzierung einer solchen Reise ist eine oft gestellte. Natürlich haben wir gespart, doch diese Ersparnisse waren auf eineinhalb Jahre ausgelegt. Nun finden wir gerade heraus, wie es ist, sich selbstständig zu machen – und das auf einem anderen Kontinent. Zum einen haben wir ein eBook geschrieben, in welchem wir die 100 häufigsten Fragen zu unserer Reise beantworten. Dies lief trotz Spendenbasis ziemlich gut an. Zum anderen freelancen wir als Journalisten und im Text- und Contentbereich, was sich aus der Distanz als nicht ganz einfach erweist. Doch langsam kommt die Sache ins Rollen. Und: Es macht Spass! Wir lieben es, Cafés aufzusuchen und einige Stunden zu arbeiten. Die einzige Herausforderung ist natürlich die Internetverbindung an abgelegenen Orten. Gerade befinden wir uns im panamesischen Las Lajas. Dieser 20 Kilometer lange Strand ist völlig leer, es herrscht eine unglaubliche Ruhe. Wir haben ein Hostel gefunden, welches uns vor dem Haus campen lässt – und dabei den Jackpot ergattert: fantastisches Wifi! Das hier sind wirklich Traumbedingungen, was natürlich alles andere als selbstverständlich ist.

Ihr seht, da ist nicht nur die Verschiffung, um die wir uns in der kommenden Woche kümmern müssen und werden. Da ist auch ein kleines Freelance-Business, das aufgebaut werden will. Es ist aufregend und lehrreich und natürlich, manchmal verunsichernd. Doch jetzt ist die Ausgangslage ideal: wir haben die Zeit, die Musse, tiefe Lebenskosten und alle Freiheiten der Welt.

Noch vor einem Jahr hätten wir nicht gedacht, dass wir uns unterwegs so intensiv mit diesen Fragen beschäftigen würden. Selbstverständlich gehört diese vermeintliche Unsicherheit auch ein Stück weit dazu. Aber alleine die Tatsache, dass wir diesen Schritt wagen, gibt uns ein gutes Gefühl. Weil wir tun, anstatt nur darüber nachzudenken – und zwar weit ausserhalb unserer Komfortzone.

Dieser Text erschien zuerst in 20 Minuten

Lieblingskommentar:

Andi Fire: Stimmt,aber bitte nicht pleite nach Hause kommen und die Sozialwerke in Anspruch nehmen.

Alles zu Nicaragua

Aufenthaltsdauer

Vom 90-Tage-Kontingent der CA4-Länder blieben uns für Nicaragua: etwas mehr als vier Wochen.

Route

El Paraiso – Leon- Las Penitas – Granada – Laguna de Apoyo – Masaya – Managua – Granada – Playa Maderas – San Juan del Sur – Ometepe

Ein paar Notizen 

Der Grenzübergang war eher chaotisch, und zwischenzeitlich standen wir auch mal ohne Pässe da, weil ein Grenzbeamter den Pass von Liechtenstein noch nie gesehen hatte, schnurstracks abmarschierte ohne verlauten zu lassen, wie lange diese Abklärungen dauern würden. Es ging dann aber alles fix über die Bühne, Gabs setzte sich ans Steuer und wir fuhren direkt nach Leon. Dort haben wir uns bei der Feuerwehr auf dem Parkplatz eingemietet – für 3 Franken pro Nacht. Easy. Das Kolonialstädtchen ist recht hektisch, hübsch, und irgendwie haben wir uns gleich wohlgefühlt, dort Freunde aus den USA getroffen und lustige Kinofilme geschaut (Baywatch, Super Woman).

Am Strand von Las Penitas haben wir ein paar Tage übernachtet, am eBook gearbeitet und die Weiterreise geplant. Die führte uns zum Beispiel zweimal nach Granada, einer Disney-Land-Kolonialstadt wo wir auf dem Parkplatz des Roten Kreuzes übernachtet haben (für zwei Franken pro Nacht = mehr Budget für coole Cafés), oder an die Laguna de Apoyo, einem fantastischen Flecken Erde direkt an einem Vulkankratersee mit dem klarsten Wasser, das wir jemals ausserhalb der Karibik gesehen haben.

Zudem durften/konnten/mussten  wir:

– das erste Mal in unserem Leben in einen aktiven Vulkankrater schauen (Masaya)
– im Bus zwei Tage in einer Autogarage auf einer Autohebebühne übernachten (in Managua, wo wir neue Stossdämpfer einbauen liessen)
– Fieber haben (Sandro in Playa Madeiras einen Tag, Gabs auf der Isla de Omepete länger als drei)
– den Bus auf einem kleinen Schiff auf die Vulkan-Insel Ometepe und wieder zurück verschifft
– hat Gabi in Playa Madeiras ein Opossum in einer Mülltonne befreit und es so vor dem sicheren Tod in der Büchse bewahrt <3

Und in San Juan del Sur haben wir einfach Zmittag gegessen.

Sicherheit

Auch in Nicaragua fühlten wir uns sicher – unsere Route führte uns auch immer an Plätze, wo wir nicht wildcampierten, also eigentlich immer mit Securitypersonal über Nacht easy verweilen konnten. Es wird von „unzähligen korrupten Polizeikontrollen berichtet“ – wir haben keine einzige gesehen.

Wasser

Uns wurde abgeraten, im nördlichen Teil von Nicaragua Leitungswasser zu trinken. Zudem erhielten wir den Hinweis, das Gemüse und Obst besonders gründlich zu waschen sei, weil es in der Regenzeit vermehrt zu Verschmutzungen der landwirtschaftlichen Flächen kommen könnte und ebenfalls das Grundwasser davon betroffen sei. Deshalb haben wir die bewährten 20-Liter-Behälter an Tankstellen gekauft und in unseren Wassertank abgefüllt. Für 2-3 Franken kommt man hier problemlos an Wasser. Erwischt hat uns der Käfer aber trotzdem, wir konnten aber nicht herausfinden, was es schlussendlich genau war.

Preise

Die nicaraguanische Währung ist der Cordoba. Das Preisniveau war in etwa mit Honduras und El Salvador vergleichbar und damit immer noch recht günstig. Das Warenangebot ist etwas grösser als in den beiden Länder zuvor – hier meinen wir vor allem das Supermarktangebot. Benzin ist günstig – rund ein Franken pro Liter.

Fazit

Nicaragua ist ein fantastisches Overlander-Land, das einfach zu bereisen ist. Hübsche Kolonialstädte, fantastische Strände (in der low season hat man überall viel Platz, vor allem an den Stränden) und sehr einfache Möglichkeiten, Vulkane zu besichtigen. Während fast 10 Tagen mussten wir uns von unseren Magen-Darm-Zirkus erholen, was unsere Reisepläne etwas beeinträchtigt hat. Besonders gut gefallen hat uns der progressive Vibe: das erste Mal sahen wir junge Paare zusammen auf der Strasse, sehr lebendige Fester mit feierlichen Reden zum Aufbruch im Land und die vielen Ökostromwindanlagen – ein absolut vorbildlicher Schritt, den Nicaragua hier im Rahmen des CO2-Veringerungs-Abkommens macht. Das einzig Komplizierte war dann die Ausreise nach Costa Rica – dies nur deshalb, weil der Grenzübergang sich auf ca. 2km erstreckt und es sehr schwierig ist, an die richtigen Checkpoints zu kommen. Für 5 Dollar spart man sich mit einem Helferlein eine Menge Zeit und Nerven.

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Ometepe.

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Adios Ometepe.

Wie Instagram die Camperreise bereichert

Früher traf man sich auf dem Campingplatz. Später in Foren. Heute ist Instagram die wohl grösste Plattform für Menschen, die im eigenen Fahrzeug verreisen und darin leben. Welche Rolle kann die App spielen, wenn man sie bespielt?

Nächste Destinationen: El Salvador und Honduras. Ein noch weitgehend blinder Fleck in unserer Wahrnehmung. Ist es nicht ziemlich gefährlich dort? Was gibt es zu sehen, zu essen, zu erleben? Mal schauen, wo andere Panamericana-Reisende waren. Ich öffne Instagram und scrolle durch die Profile von Menschen, die wir unterwegs kennengelernt haben und solchen, deren Gesicht und Gefährt uns nur durch die App bekannt geworden sind. Da gibt es solche, die beide Länder auf schnellstem Weg durchfahren und andere, die Wochen und Monate dort verbracht haben. Letztere zeigen Fotos von kühlen Bierflaschen vor eindrücklichen Sonnenuntergängen, dem Meer und allerlei Dschungelgetier. Die Übernachtungsplätze sehen schön aus. Ich denke: Wenn die da waren, dann müssen wir uns keine Sorgen machen. Weiterlesen

Kleine Tipps und Tricks

Viele Leute meinen, wir wissen gar nicht mehr, welcher Tag gerade ist. Die Wahrheit ist: Wir wissen es wohl noch besser als vorher! Dass wir immer in den Kalender schauen sollten, wurde uns bewusst, als wir eines samstags von San Francisco aus auf dem Highway 1 in Richtung Süden fuhren. Natürlich hatte halb Kalifornien dieselbe Idee an diesem schönen Sommertag.

Seitdem achten wir immer darauf, nicht am Wochenende zu fahren. Das hat den Vorteil, dass man dem Wochenendverkehr entgeht, aber auch zu vielen Menschen an Stränden, auf Wanderwegen oder in Städten. Weiterlesen

Dort sind doch alle kriminell!

Nach einigen Monaten unterwegs von Nord- nach Südamerika haben wir ein Muster festgestellt. Egal wohin wir unterwegs sind, wir werden immer davor gewarnt. In den USA warnte man uns eindringlich vor Mexiko (O-Ton von einer eigentlich netten Frau: “Die sind alle kriminell!”), die Mexikaner warnten uns jeweils vor dem nächsten Bundesstaat und erst recht vor Guatemala, die Guatemalteken vor El Salvador, und so weiter. Anfangs nimmt man die Warnungen ernst und fährt mit einem komischen Gefühl weiter. Aber je öfter wir sie hören, desto weniger beunruhigen sie uns, denn es ist tatsächlich noch nie etwas eingetreten. Weiterlesen

So ist das Leben im Van wirklich

#Vanlife ist das Trendwort des Jahres. Doch wie viel hat das wahre Leben mit jenem auf Instagram zu tun? Antworten nach einem Jahr on the road in Nord- und Mittelamerika.

(diesen Artikel schrieb Gabriella im Juli 2017 für das Online-Magazin ze.tt)

Ein Jahr ist es her, seit mein Freund und ich unseren Bulli am Hafen in Seattle abgeholt haben, um ihn nach Südamerika zu fahren. Diese Zeilen schreibe ich nach 25’000 Kilometern aus Nicaragua. Ungefähr so viel haben wir noch vor uns, wenn wir irgendwann in Patagonien ankommen wollen. Daheim in der Schweiz wartet nichts auf uns: die Jobs haben wir gekündigt, Wohnung und Möbel abgegeben. Weiterlesen

Alles zu El Salvador

Aufenthaltsdauer

El Salvador gehört zu den CA4-Ländern. Für diese Länder (Guatemala, El Salvador, Honduras, Nicaragua) gibt es leider nur drei Monate insgesamt. Da wir schon fünf Wochen in Guatemala waren, mussten wir etwas Gas geben. El Salvador ist ohnehin ein kleines Land.

Route

Valle Nuevo – Ruta de las Flores – Playa Dorada – Playa El Zonte – Playa El Tunco – Vulkan Santa Ana – Sichitoto – San Ignacio

Orte

Nach dem Grenzprozedere begann das Abenteuer im gefährlichen El Salvador. Wir haben uns aber von Anfang an sehr wohl gefühlt: Die Strassen sind in Top-Zustand, die Landschaft präsentierte sich auf der Ruta de las Flores in sattem Grün, wenig Verkehr, wenig Abfall. Wir wollten direkt an die Pazifikküste im Norden (bekannt für seinen schwarzen Sand) und suchten uns den hübschen Campground El Cocolito aus, der von einer netten Familie betrieben wird (wir wurden täglich mit frischen Früchten beschenkt und revanchierten uns mit einem Schweizer Sackmesser). Die Surfermekkas El Zonte und El Tunco checkten wir nur en passant aus – zu mühsam, um mit dem Van zu campen, weil sich die Möglichkeiten nur auf Stellplätze auf Asphalt beschränkten und wir uns sonst selber backofisiert hätten. Die Route führte schliesslich weiter auf den Vulkan Santa Ana, den wir aber leider wegen dem dichten Nebel nicht besteigen konnten. Dort übernachteten wir im Campamento Helvetico, das uns beim Vorbeifahren neugierig gemach hatte. Schweizerisch war dort nur der Besitzen, der wir nicht kennenlernten. Weiter ging es in den wirklich hübschen Ort Suchitoto, wo wir uns auf dem Markt mit Frischem eindeckten. Kurz vor der Grenze zu Honduras übernachteten wir übers Wochenende in einem Hotelpark bei San Ignacio. Das klingt nach viel, wurde aber alles innert weniger als zehn Stunden gesamt abgefahren. El Salvador ist wirklich klein.

Benzin, Strassen und Autofahren
El Salvador ist ein perfektes Land für Roadtripfeeling: die kurvigen Strassen sind in bestem Zustand und führen durch die wunderschöne, abwechslungsreiche Landschaft über Berg und Tal, vom Strand auf Vulkane oder durch die bunten, geschäftigen Ortschaften auf der Route. Verkehr auf der Strasse ist moderat. Tankstellen hat es ausreichend und die Preise bewegen sich etwa im Bereich von einem Franken pro Liter. (Bezahlt wird in US-Dollar).

Sicherheit
Ja, man sieht in nahezu allen Läden, öffentlichen Einrichtungen oder auf dem Beifahrersitz von LKWs bewaffnetes Sicherheitspersonal. Aber wir haben uns nie unsicher gefühlt, irgendwie gewöhnt man sich schnell an dieses Bild. Weil die Leute sehr freundlich und aufgeschlossen sind, relativiert sich diese vermeintlich bedrohliche Kulisse recht schnell. Wir waren überrascht, wie gut uns El Salvador gefallen hat!

Wasser
Trinkwasser zu kaufen ist praktisch an jeder Ecke möglich. Leitungswasser ist okay für Abwasch oder Duschen – aber kann nicht unbehandelt getrunken werden.

Preise
Seit den 90er-Jahren wird mit US-Dollar gezahlt. Das Preisniveau ist um einiges tiefer als in Guatemala und generell günstig.

Fazit
El Salvador hat uns gleich nach dem Grenzübertritt auf Anhieb sehr gut gefallen. Das Land ist etwa so klein wie die Schweiz und die wunderschöne Landschaft ist schnell und einfach zu bereisen mit dem eigenen Fahrzeug. Nicht selten werden El Salvador und Honduras von Panamericana-Reisenden lediglich als Transitländer durchfahren wegen der Sicherheitslage. Wir fühlten uns – wie viele Reisenden die wir getroffen haben – aber sehr wohl und können das Land quasi als kleinen Geheimtipp weiterempfehlen!

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Alles zu Guatemala

Aufenthaltsdauer

Guatemala ist das erste der CA-4 Länder, das wir bereisten. Insgesamt darf man im Staatenverbund von Guatemala, El Salvador, Honduras und Nicaragua 90 Tage verbringen. Dasselbe gilt für das Auto.

Route

Antigua – Rio Dulce – Flores – Tikal – Guatemala City – Chicacao – Lago Atitlan – Chichicastenango – Antigua Weiterlesen

Adios, graue Polster!

Lange haben wir auf Guatemala gewartet. Wir wussten, dass das der richtige Ort ist, um einen schönen Stoff für unsere Polster zu finden. Ein wichtiges Unterfangen. Denn lange Zeit mussten wir täglich dieses, eher trostlose, hellgrau anschauen.

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In Guatemala angekommen, wurde jede Einheimische genau beäugt: Welches Muster trägt sie? Welche Farben? Könnten wir uns das für den Van vorstellen? Wir suchten uns durch Stoffpyramiden auf Märkten und besuchten viele Orte. In Panajachel am Lago Atitlan wurden wir fast fündig, doch die wollten 35 Quetzales (5 Franken) für den Meter. Etwas zu viel für uns.

In Chichicastenango, am grössten Markt Mittelamerikas, entdeckten wir schliesslich ein Geschäft, das an die 200 Stoffe ausgestellt hatte. Die Wahl fiel nicht leicht. Vor allem, weil der neue Stoff zu unseren bereits vorhandenen, und unsäglich grünen, Decken passten musste.

Glücklich über unsere zehn Meter Stoff (für die Hälfte des Preises in Panajachel) fuhren wir zurück zu unserem Campingplatz am Lago Atitlan. Im Dorf nebenan (San Marcos) war uns bereits eine Dame aufgefallen, die für die Hippies im Ort lustige Westen und dergleichen näht. Sie nahm unsere Polster morgens um 7 Uhr in Empfang und war am selben Tag um 17 Uhr bereits fertig. Und das für 280 Quetzales, inklusive Zipper.

Das war die kleine Geschichte zum neuen Interieur. Wenn wir irgendwo auf der Reise noch einmal über hübschen Stoff stolpern, werden wir wohl ein zweites Set machen lassen.

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10 Dinge, die wir heute besser wissen

Diese Liste erschien zuerst (leicht gekürzt) im Friday Magazin unter dem Titel So fühlt sich Aussteigen wirklich an. Wir wurden gefragt, die zehn wichtigsten Erkenntnisse und Tipps für die Langzeitreise aufzulisten. Bitteschön:

1. Startdatum festlegen
Das war die schwierigste und wichtigste Entscheidung von allen. Es ist so essentiell, ein Abreisedatum zu fixen. Vorher bringt Planen nicht viel und das Leben hat ganz viele Chancen, dazwischen zu funken. Wir wären wohl heute noch in Zürich in der Hoffnung, noch mehr Geld sparen zu können.

2. Ballast abwerfen
Wir haben unsere (wirklich tolle) Wohnung gekündigt und das Meiste verkauft oder weggegeben. Trotzdem haben wir noch einige Sachen bei unseren Eltern eingelagert. Heute würden wir nicht mit der Wimper zucken, wenn jemand das Zeug aus Versehen abfackelt. Seit wir mit unserem Mini-Haus auf Rädern unterwegs sind, haben wir gemerkt, wie wenig man wirklich zum Leben braucht. Und je weniger man hat, desto weniger will man besitzen.

3. Zeit nutzen
Für uns ist diese Reise sehr viel mehr als eine Reise. Es ist Zeit, die wir uns nehmen, um zu tun was wir wollen. Das heisst für uns lesen, lernen, Skills aneignen, Musik machen und dem Geist den Raum geben, um versteckte Interessen auszuleben. Man kann es sich vorstellen wie eine Weiterbildung, nur dass wir selbst entscheiden, worin wir uns fortbilden. Wir sehen diese Reise als Anfang des Lebens, das wir leben wollen.

4. Adios Ängste
Am Anfang hatten wir Angst vor so ziemlich allem und waren extrem unsicher. Doch wenn man mal unterwegs ist, legen sich die meisten Ängste von selbst ab, weil es nicht anders geht. Wir wollten auf keinen Fall durch Mexico City fahren: prompt die falsche Strasse erwischt und mitten durch die Stadt gefahren. Kein Problem. Viele Leute haben uns vor gefährlichen Regionen in Mexiko gewarnt. Wir hatten dort die beste Zeit. Je länger wir unterwegs sind, desto weniger Angst haben wir – vor allem auch vor der Zukunft.

5. Langsam reisen
Wir haben früh gemerkt: Wenn wir schnell unterwegs sind, geben wir viel Geld aus. Wenn wir aber längere Zeit an Orten bleiben, weniger fahren und uns die Zeit nehmen, um preiswertere Übernachtungsplätze oder Lebensmittel zu suchen, brauchen wir im Schnitt viel weniger Geld. Das heisst: Wenn wir langsamer sind, können wir für nur wenig Geld mehr viel länger unterwegs sein. Ausserdem können wir so Orte, die uns sehr gut gefallen, viel besser kennenlernen und zu unserem temporären Zuhause machen. Deshalb sind wir in acht Monaten auch nur bis Mexiko gekommen. Dabei waren wir fast drei Monate allein in Baja California und einen Monat lang in Zipolite.

6. Durchziehen
Gabriellas Grossmutter hat mehrere Mal gesagt: Ich finde diese Reise wirklich keine gute Idee.Herzig, aber nicht gerade das, was man hören will. Nicht alle teilen die Euphorie und Vorfreude mit einem und das ist nicht immer leicht. Vor allem, wenn Fragen gestellt werden, welche einen selbst verunsichern: Aber warum gleich den Job kündigen? Was passiert mit deinem CV? Willst du die Wohnung nicht doch behalten? Ist das nicht gefährlich? Es ist wichtig, dass man sich nicht hineinreden lässt. Denn spätestens wenn man unterwegs ist, finden alle: Ihr macht es richtig!

7. Abmelden
Wir haben uns abgemeldet und das würden wir sofort wieder tun. Einerseits, weil wir nicht wissen, wie lange wir unterwegs sein werden. Und andererseits, weil Weltreisekrankenkassen sehr viel günstiger sind. Zudem wird Sandro so nicht im Militär aufgeboten, während wir gerade in Guatemala auf einen Vulkan steigen oder so.

8. Lächeln und winken
Ein alter VW-Bus mit dekorierten Velos und einem Schweizer Nummernschild fällt auf. Unsere Strategie, wenn wir angestarrt werden (und uns dabei unwohl fühlen): winken und geradeaus ins Gesicht grinsen. So einfach, so effektiv. Jedes einzelne Mal.

9. Social Media
Die sozialen Medien können fantastisch sein, wenn man nicht seine ganze Zeit in der Facebook-Timeline verplempert. Zum Beispiel gibt es viele Facebook-Gruppen für Panamericana-Reisende oder Digitale Nomaden, die sehr hilfreich sein können bei Fragen und Unsicherheiten. Die App iOverlander und ihre Community hat uns schon oft an tolle Übernachtungsplätze geführt. Auf Instagram haben wir viele andere Van-Reisende kennengelernt und daraufhin auch unterwegs getroffen. Oder Menschen haben uns auf Instagram entdeckt und zu sich nach Hause eingeladen für ein Essen oder eine warme Dusche.

10. Du auch
Hier kommt die wichtigste Erkenntnis von allen. Wir hatten am Anfang dieser Idee kein Geld auf der Seite, keine Ahnung von Autos und waren geplagt von Ängsten. Doch jetzt sind wir hier und wissen manchmal selbst nicht, wie wir das gemacht haben. Aber wir sind überzeugt: Wenn wir zwei Amateure das können, dann kann es wirklich jede und jeder.

Falls sich nach diesen Punkten noch mehr Fragen aufgetan haben: Wir arbeiten gerade an einem E-Book, in welchem wir 100 Fragen beantworten, welche wir zur Reise gestellt bekommen haben. Es wird vermutlich im Juli zum Einjährigen auf unserer Website vanabundos.com veröffentlicht werden.

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