Alle Artikel von vanabundos

Inside Vanlife – Mehr als eine Reise

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Bald sind wir schon ein Dritteljahr unterwegs. Die ersten drei Monate in den USA waren geprägt vom Eingewöhnen und von Plänen, die wir schon Wochen und Monate zuvor gemacht hatten. Kaum in Mexiko angekommen, stellte sich eine ziemlich schöne und inspirierende Ruhe und Gelassenheit ein.

Wir sprechen oft über das alte Leben in Zürich und darüber, wie wir uns unsere Zukunft vorstellen. Manchmal haben wir das Gefühl, uns an der Nase nehmen zu müssen und besser den Moment zu geniessen, als schon an die Zeit danach zu denken.

Vor einigen Tagen aber hatten wir genau darüber ein sehr schönes und langes Gespräch beim täglichen Morgen-Maté. Warum sollten wir diese Reise so getrennt vom Leben in Zürich betrachten? Warum müssen wir jetzt das eine machen und wenn wir zurück sind etwas anderes? Warum beginnen wir nicht heute, unser Leben so zu gestalten, dass es uns während und nach unserer Reise wirklich gefällt? Wer sagt, dass diese Reise jemals zu Ende sein wird? Welche Möglichkeiten gibt es in dieser Hinsicht?

Uns wurde bewusst, dass wir bereits Mitten im neuen Leben stehen. Wir haben unsere Jobs und Wohnung aufgegeben, weil wir sie mehr gebraucht haben – wir haben nichts Neues mehr gelernt und inspirierend war es auch nicht wirklich.

Für diese Reise haben wir uns entschieden, um Zeit zu haben. Um einige Schritte zurückzunehmen und zu sehen, was wir machen wollen, wenn mal kein Druck da ist.

Und jetzt, nach nur schon so kurzer Zeit, fühlen wir, wie uns das Leben in eine bestimmte Richtung zieht. Einerseits im Bus immer südwärts, andererseits auf persönlicher Ebene. Letztere – das ist die wohl grösste Erkenntnis aus unserem Morgen-Gespräch – soll sich in Zukunft nicht mehr in Arbeit und Freizeit teilen. Das ist schon jetzt so. Wir arbeiten an verschiedenen Fronten immer mal wieder on the Road, aber wir entscheiden, wann und wie und wo. Wenn wir Lust auf ein langes Gespräch zum Frühstück haben, dann führen wir das und arbeiten am Nachmittag. Wir haben Zeit, uns in allem weiterzubilden, was uns schon immer interessiert hat. Wir lesen und lesen und lesen so viel wie noch nie. Wir halten kleine Workshops mit uns selbst, wenn wir Klarheit in einem Thema brauchen oder es diskutieren wollen. Wir hinterfragen alles, was wir bis jetzt im Leben gelernt haben. Wir begeben uns in jeden Flow, der sich anbietet. Wir diskutieren, planen und verwerfen. Wir spielen! Wir beginnen jetzt damit, das Leben zu führen, das wir in Zukunft führen wollen. Egal, wo wir sind.

Während unserem Gespräch mussten wir oft lachen. Ich meine, was ist das für ein Superklischee: Da verreisen sie mit dem VW-Bus, duschen nur noch einmal pro Woche und kommen schon nach wenigen Monaten mit Sinnhaftigkeit und Nachhaltigkeit und mimimi altes und neues Leben. Tja, das passiert einfach, wir können und wollen nichts dagegen tun. Denn es fühlt sich sehr befreiend an! Und: probiert es selbst aus. Es ist nicht einfach, sein Leben so auf den Kopf zu stellen, aber jeden Tag im Büro zu sitzen ist es auch nicht.

Wir lieben es, jeden Tag dazuzulernen. Darum sind wir ab Samstag aus Weiterbildungsgründen für einen Monat offline. Wir fahren mit Luz in ein Yoga-Institut hier im Süden von Baja. Gabs wird dort eine weitere Ausbildung als Yoga-Lehrerin und Life-Coach absolvieren und Sandro konzentriert sich auf seine Musik, Statistik und Spanisch.

Bis dahin, machts gut! <3

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Welcome to Tijuana!

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Mexico. Ob man schon da war, oder nicht, dieses Land ruft Bilder hervor. Von Kakteen, von Wüstenlandschaften, von Strohhüten, von Farben, von Tacos und Burritos und von Männern mit dichten schwarzen Schnäuzen. Guten Gewissens können wir bereits jetzt vermelden: Die Bilder in deinem Kopf sind alle wahr. Weiterlesen

Money Talk – 3 Monate USA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Dass unsere Reise in den USA beginnt, war bewusst so geplant. Denn wie man sich vorstellen kann, ist dies das teuerste Land auf diesem Roadtrip. Wir dachten: Lieber geben wir am Anfang mehr Geld aus, in günstigeren Ländern kann man hinten raus besser sparen.

Diese Zeilen schreibe ich bereits aus Mexiko, wo wir vor zwei Tagen angekommen sind. Das ist eine gute Möglichkeit, über Geld zu reden. Denn es ist auch das Thema, auf das wir am meisten angesprochen werden. Als erstes wollen wir die häufigsten Fragen klären: Weiterlesen

Outside Vanlife – Kurzbesuch in der Schweiz

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Wir wussten bereits am Anfang der Reise, dass wir Ende September nach nur 2.5 Monaten für einige Tage in die Schweiz reisen würden. Gute Freunde hatten im Frühling angekündigt zu heiraten und diese Party konnten und wollten wir uns nicht entgehen lassen. Die Vorfreude war sehr gross und wir konnten es kaum erwarten, unsere Lieben wieder in die Arme zu schliessen.

Wir haben sehr bewusst nur fünf Tage daheim verbracht, um es bei einem Besuch zu belassen und nicht das Gefühl von „heimkommen“ aufkommen zu lassen. Die Besuche waren alle gut durchgeplant, sodass wir jede/n kurz sehen konnten.

Die Schweiz zeigte sich von ihrer allerbesten Seite. Das Wetter war fantastisch. Fast so, als wollte sie uns bei sich behalten.

Und wir haben die Zeit genutzt, wie nie in unserem Leben. Wir haben jede Minute ausgekostet. Sind überall zu lange geblieben. Sind nur in einer Nacht vor 5 Uhr schlafen gegangen. Und es war jede zu wenig geschlafene Sekunde wert. Am Ende war ich erschöpft wie nie in meinem Leben. Doch so glücklich, so viele grandiose Menschen in meinem Leben zu wissen. Ich wusste nicht mehr, ob die Tränen vor Müdigkeit oder vor Traurigkeit oder vor Liebe flossen. Wahrscheinlich von allem ein bisschen.

Diese emotionalen Höhenflüge haben mich (nachdem ich den Schlaf wieder einigermassen aufgeholt hatte) extrem zum Nachdenken gebracht. Einerseits ist da dieser Drang, in die Welt zu ziehen. Andererseits kann keine Reisebekanntschaft Freunde und Familie daheim ersetzen. Es ist so viel wert, aus dem Haus gehen zu können, und spontan bei Freunden auf ein Bierli reinzuschneien. Ich habe das schon immer sehr geschätzt. Doch jetzt, aus der Ferne betrachtet, ist das ein wahnsinniges Privileg. Auch dass die Familie nur eine Stunde entfernt wohnt: Das ist für uns jetzt ein kleiner Katzensprung.

Mir war in den ersten Wochen aufgefallen, dass viele Freunde wohl Skrupel hatten, sich zu melden. Hauptsächlich weil sie dachten, ich hätte auf der Reise „Besseres“ zu tun. Ich bin froh, dass ich nochmal in der Schweiz war, um ihnen zu sagen: „Ich hatte noch nie so viel Zeit für euch, als jetzt!“ Auch wenn ich weit weg bin. Ich will am Leben meiner Liebsten teilhaben. Und ich will, dass sie an meinem Leben teilhaben. Und da ist sehr viel mehr los, als es auf diesem Blog zu sehen ist.

Manchmal schmerzt es, wenn ich darüber nachdenke, dass mein Gottabub schon im Kindergarten ist, wenn ich zurückkomme. Oder dass das noch ungeborene Baby von Freunden dann schon laufen kann. Oder dass meine Oma fast 90 sein wird. Oder dass ich nicht einfach auf ein Bier reinschneien kann zu jemandem, der mich wirklich kennt, und dem ich nicht zuerst erklären muss, was Liechtenstein ist.

Doch das Gefühl, das dann einsetzt, ist viel wichtiger: Dankbarkeit. Ich kann mich so glücklich schätzen, ein Umfeld zu haben, das ich ehrlich vermisse. Ich muss vor nichts davon rennen. Und ich fühle mich sicher in meiner Abwesenheit und weiss, dass alle immer da sind. Das gibt mir viel Energie und Bodenhaftung für diese Reise.

Wir schlafen nachts alle unter demselben Mond. Das ist eine wunderschöne Vorstellung.

Inside Vanlife – Luz von innen

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Viele fragen, wie Luz eigentlich wirklich von innen aussieht. Wir haben mal das schöne Morgenlicht nach einer Nacht an einer Seitenstrasse genutzt, und sein Innenleben fotografiert.

Wir haben ihn übrigens so gekauft, nicht selbst ausgebaut oder so. Unsere Vorgänger waren mit ihm bereits in Südamerika und haben ihn für diese Reise so ausbauen lassen. Und je länger wir unterwegs sind, desto mehr merken wir, wie fantastisch dieser Van für eine Reise wie unsere ist. Weiterlesen

Waldbrand in Big Sur

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Ende Juli hatte uns jemand erzählt, dass in Big Sur ein schrecklicher Waldbrand wütet. Ich (Gabs) war schon einmal da und es ist einer der Orte, auf die ich mich am meisten auf dieser Reise gefreut hatte. In der Zwischenzeit hatten wir die Sache schon wieder vergessen, keine News gecheckt und unseren Aufenthalt hier sowieso kein Stück weit geplant. Wir fuhren, spontan wie meistens, in südliche Richtung aus Santa Cruz, als wir heute morgen eine Art Nebel sahen, der nicht wie Nebel aussah. Es war Rauch. Weiterlesen

Fails im Yosemite

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Nachdem wir uns vom Burning Man wieder etwas erholt hatten und doch länger in Reno geblieben sind als gedacht, freuten wir uns, den Yosemite Nationalpark für ein paar Tage zu besuchen. Vor uns standen nicht nur ein paar Stunden Fahrt mit atemberaubenden Eindrücken und Aussichten, sondern auch eine bemerkenswerte Aneinanderreihung von Fails, wie nur wir sie hinkriegen. Weiterlesen

Unterschätztes Nordkalifornien

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Auf der Suche nach Ruhe und dem Gefühl von Ankommen haben wir uns in den Redwoods einquartiert. Zum ersten Mal auf dieser Reise mit Luz blieben wir länger als zwei Nächte an einem Ort. Die Nordküste Kaliforniens war auf Anhieb anders als die Südküste Oregons. Unberührter und wilder, irgendwie als wäre sie von den Menschen vergessen worden. 

OLYMPUS DIGITAL CAMERA Weiterlesen

Oh, Oregon!

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Wir sind gerade in einen nicht sooo hübschen Camping-Platz eingefahren, der dafür aber direkt am Meer liegt. Der Wind ist stark, aber die Sonne scheint. Sandro bespielt vor dem Van seine Gitarre (welche er mit Andi in Seattle gekauft hatte) und ich nutze mal schnell den Luxus eines Camping-Wifi und bringe euch einen Haufen Bilder vorbei. Weiterlesen

Adios Traumwohnung!

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Heute geben wir unsere Wohnung ab. Wer schon einmal bei uns daheim war, weiss, dass diese Wohnung ein absoluter Glückstreffer war. Die Lage war perfekt, die Dachterrasse ein Traum und das Raumgefühl aussergewöhnlich. Wir müssen oft darüber lachen; aber den Menschen muss sie auch gefallen haben, denn wer in der Wohnung war, ging selten schnell wieder.

Viele fragen uns, ob wir die Wohnung während unserer Reise nicht untervermieten wollen. Das war zunächst auch der Plan. Denn wer Zürich kennt: In der Stadt gibt es weniger freie Wohnungen als Badetuch-Plätze am oberen Letten im Hochsommer. Weiterlesen

Impfungen sind scheisse

IMG_0975

Eine Pflichtveranstaltung, die man besuchen muss, wenn man eine Reise wie unsere in Angriff nimmt, ist die beim Tropenarzt. So machen wir uns also auf den Weg und denken easy peasy, geht sicher fix, die sind sich doch Leute wie uns gewohnt.

Die Ärztin holt uns im Warteraum ab und hat einen Blick drauf wie „Oi, schon wieder so ein Päärli, das zwei Wochen nach Bali geht und sich ins Höschen macht vor lauter Viecher“. Als wir ihr von unserem Vorhaben erzählen, knallt ihr fast die Kinnlade auf den Tropenarzttisch – damit hat sie nicht gerechnet. „ÜBER EIN JAHR?!!!“ schreit sie uns an und wir nicken so und fühlen uns ziemlich exotisch. Weiterlesen