Alles zu Mexico

Nun sind wir schon fast einen Monat nicht mehr in Mexico. Falls es jemand noch nicht mitbekommen hat: Wir haben uns zutiefst in das Land verliebt und wären fast nicht in der emotionalen Lage gewesen, die Grenze zu überqueren. Jetzt, mit etwas Abstand, wird einem klarer, warum das so ist. Darum hier eine kleine, persönliche Zusammenfassung zu unserem halben Jahr in Mexico.

Aufenthaltsdauer Mensch
Wer nach Mexico einreist, erhält problemlos 180 Tage Aufenthalt. Wir haben die Dauer fast komplett ausgereizt. Tatsächlich sind wir ungefähr eine Woche vor Ablauf zum Migrationsamt und haben gefragt, ob wir nicht verlängern könnten. Man teilte uns nett mit, dass es keinen legalen Weg gibt, das zu tun. Die einzige Möglichkeit wäre gewesen, aus- und einige Tage später wieder einzureisen. Aus heutiger Sicht sind wir froh, dass es nicht funktioniert hat, sonst wären wir wohl stracks zurück nach Zipolite gefahren und nie wieder von der Hängematte aufgestanden.

Aufenthaltsdauer Maschine
Wer seinen Camper als Casa Rodante importiert, erhält dafür zehn Jahre (!!!) Aufenthalt. Das ist so viel, dass wir den Sticker an der Windschutzscheibe bei Verlassen des Landes nicht entfernt haben. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir in zehn Jahren noch einmal nach Mexico fahren, ist doch nicht winzig.

Route
Wir überquerten die Grenze bei Tijuana, fuhren die ganze Baja California hinunter (Wüste), mit der Fähre rüber nach Mazatlan, der Küste entlang nach Zihuatanejo (grüne Landschaft, pazifische Schönheit), ins Landesinnere in die Berge zu den Monarchfaltern (da sah es aus wie in der Schweiz), nach Mexico City (allercoolste Stadt), über Oaxaca City an die Küste von Oaxaca (Küstenträume werden wahr), über San Cristobal de las Casas (Berge!), Palenque, Yaxchilan, dann über Chetumal die Yucatan-Halbinsel hoch, nach Mérida der Nordküste entlang und über Villahermosa nach Puerto Artista nach Guatemala.

Orte
Folgend eine Liste von Orten, in denen wir länger als vier Wochen waren: El Pescadero (Baja), Zipolite (Oaxaca Küste)
Länger als zwei Wochen: Mexico City
Wo wir gerne länger geblieben wären: San Cristobal de las Casas, Zipolite, Mazunte, Mexico City, Tulum, Mulegé (Baja), Mahahual
Besuchte Ruinen: Teotihuacan (Mexico City), Palenque, Yaxchilan, Chichen Itza, Coba (alle waren auf ihre Art absolut besuchenswert)

Strassen
Die sind wirklich sehr gut in Schuss. Am besten beieinander sind die Cuotas (Schnellstrassen, für die man je nach Region mehr oder weniger bezahlt) und auf ihnen kommt man am schnellsten voran, wenn man das will. Die Libres sind meist leicht kaputter und dichter befahren, dafür durchfährt man auf diesen viele kleinere und grössere Orte: Hier erhält man einen schönen Einblick in das mexikanische Alltagsleben, Frucht- und Essensstände. Auf die Geschwindigkeitsbegrenzung haben wir nie geachtet, weil ohnehin überall sogenannte Topes (Bodenwellen zur Geschwindigkeitsreduktion) den Verkehr regulierten. Im Schnitt kamen wir in Mexico rund 50 Kilometer die Stunde weit.

Benzin
Die staatliche Ölgesellschaft Pemex ist extrem gut verteilt im ganzen Land, der Service ist auch immer tip top. Wenn wir Engpässe hatten, waren wir selbstschuld. Wer kann, der tankt – das haben wir gelernt. Die Tankstellen sind auch immer gute Orte zum Übernachten. Wir hatten nie Probleme, die Toiletten sind 80% der Fälle sauber und wir fühlten uns sicher.

Unterwegs
Der Mexikaner ist ein äusserst freundlicher und geduldiger Fahrer. Wenn du schneller bist, macht er Platz und gibt sogar mit dem linken Blinklicht Bescheid, wenn die Gegenfahrbahn frei ist. Er rast nicht sinnlos und winkt gerne. Navigiert haben wir mit den Offline-Karten von Google Maps – ging immer reibungslos. Ausser das eine Mal in Mexico City, wo eine Strasse nicht mehr existierte.

Sicherheit
Wer die üblichen Sicherheitsvorkehrungen trifft (nicht nachts fahren, etc.), der wird in Mexico keine Probleme haben. Wir fühlten uns immer sehr sicher, oft gar sicherer als in den USA. IOverlander ist eine wunderbare App, um sichere Wild- und normale Campingplätze zu finden. Und wer fragt, kann das Auto so gut wie überall über Nacht parkieren. In Chetumal wurde ins Auto eingebrochen und die Kamera gestohlen. Es ist sicher sinnvoll, das Auto jeweils dort zu parkieren, wo man es sehen kann.

Sprache
Wir halten Spanisch-Grundkenntnisse für fast unverzichtbar. Vor allem, wenn man ernsthaft mit der Bevölkerung in Kontakt kommen will. In vielen kleineren Bergdörfern sprechen die Menschen jedoch oft kein Spanisch untereinander.

Essen
Du wirst nie wieder so gut essen wie in Mexico – diesen Satz hörten wir oft von Menschen, die von Süd nach Nord reisen. Das Essen ist wirklich unglaublich. Tacos, Tamales, Dobladas, Quesadillas, Tlayudas – und in jeder Region schmeckt es wieder komplett anders. Restaurants sind gut, Streetfood ist gut, alles schmeckt einfach fantastisch in diesem Land. Auch Gabs als Vegetarierin hatte meistens keine Probleme, etwas zu finden. Eingekauft haben wir meistens auf lokalen Märkten.

Wasser
Trinkwasser gibt es in Mexico bei den sogenannten Purificadoras. Dort haben wir unseren Wassertank meist für keine 20 Pesos (1 Dollar) aufgefüllt.

Preise
Jetzt, wo wir in Guatemala sind, wird uns erst richtig bewusst, wie günstig Mexico ist. Ein gutes, lokales Essen kostet selten mehr als 70 Pesos. Das Bier ist günstig. Campingplätze kosten von 30 bis 250 Pesos – je nachdem, wo man ist und was man bereit ist zu bezahlen.

Fazit
Wir fühlten uns überall wohl und willkommen. Die Menschen sind freundlich und neugierig. Die Natur ist extrem vielfältig und hinter jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken. Die Städte und Dörfer (vor allem die Pueblos Magicos) sind alle auf ihre Weise einen Besuch wert. Es ist nicht leicht, weiterzufahren und nicht alles mit Mexico zu vergleichen.

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Baja, das Overland-Paradies.